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Telekom Fastweb hat der Swisscom nicht nur Freude bereitet

Die Swisscom hat Fastweb 2007 übernommen.

Mit dem zweitgrössten Festnetzbetreiber Italiens hat Swisscom Marktanteile und Umsätze gesteigert. Anfang 2010 riss die Mailänder Tochter den Schweizer Telekom-Branchenführer aber in den Strudel einer Betrugs- und Geldwäscherei-Affäre. Trotz strenger Auflagen des Bundesrates hat die mehrheitlich in Bundesbesitz stehende Swisscom immer wieder zum Teil erfolglos versucht, im Ausland Fuss zu Fassen. Unter dem heutigen Konzernchef Carsten Schloter nahm Swisscom Fastweb 2007 ins Visier. 12. März 2007: Swisscom macht ein Kaufangebot für 6 Mrd. Fr. für Fastweb. Die Reaktion bei Fastweb ist zunächst verhalten. Der Gründer und Grossaktionär des Unternehmens, Silvio Scaglia, bietet Swisscom schliesslich seine 18-Prozent-Beteiligung an. Swisscom sichert sich einen 8,1 Mrd. Fr. teuren Kredit für die Übernahme. 15. Mail 2007: Swisscom gelingt die Übernahme. Nach Ablauf der Angebotsfrist hält der Schweizer Telekomkonzern gut 82 Prozent an Fastweb und gewinnt über eine Million Kunden. 5. März 2008: Swisscom gibt sein Jahresergebnis für 2007 bekannt. Der Umsatz steigt vor allem dank Fastweb um 15 Prozent auf über 11 Mrd. Franken. Da Fastweb allerdings seit der Gründung 1999 rote Zahlen geschrieben hatte, drückt die Übernahme den Swisscom-Gewinn. Im ersten Halbjahr 2008 stösst Fastweb dann erstmalig in die Gewinnzone vor. 23. Februar 2010: Fastweb-Gründer Scaglia wird von der Polizei gesucht. Ihm und 56 weiteren Personen wird vorgeworfen, riesige Summen gewaschen zu haben, die aus Steuerbetrug stammten. Die Verdächtigen werden beschuldigt, mit fiktiven Käufen und Verkäufen von internationalen Telefon-Dienstleistungen 2 Mrd. Euro an nicht gezahlten Mehrwertsteuern angesammelt zu haben. 26. Februar 2010: Scaglia wird bei der Rückkehr von einer Auslandsreise in Rom festgenommen. Swisscom gibt zu, beim Kauf von Fastweb über Ermittlungen wegen Steuervergehen im Bild gewesen zu sein, will aber nichts von Geldwäscherei gewusst haben. Fastweb droht eine Zwangsverwaltung. 2. April 2010: Swisscom-Chef Carsten Schloter übernimmt die Führung von Fastweb, um eine Zwangsverwaltung zu verhindern. Später sagt Schloter in einem Zeitungsinterview, dass die Swisscom Fastweb nicht unbedingt gekauft hätte, wären 2007 mehr Details über die Unregelmässigkeiten bekannt gewesen. Im ersten Halbjahr 2010 steigert Fastweb dank Breitbandkunden und mobilem Internet den Umsatz um 2 Prozent auf 934,7 Mio. Euro. Verglichen mit den ersten Halbjahr 2009 bricht der Gewinn aber um fast zwei Drittel auf 6,8 Mio. Euro ein. 8. September 2010: Nach tagelangen Spekulationen um eine Vollübernahme gibt Swisscom schliesslich bekannt, Fastweb ganz kaufen zu wollen.

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