Zum Hauptinhalt springen

ThyssenKrupp-Manager zu sechzehneinhalb Jahren Haft verurteilt

Turin Der für Italien verantwortliche Geschäftsführer des grössten deutschen Stahlkonzerns ThyssenKrupp wurde zu sechzehneinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Er muss sich für einen Brand in einem Werk in Turin, bei dem sieben Menschen ums Leben kamen, verantworten. Fünf weitere Manager des Unternehmens wurden laut Agenturberichten wegen fahrlässiger Tötung zu Haftstrafen bis zu dreizehneinhalb Jahren verurteilt. Nach dem Tod der Arbeiter wurden in Italien Rufe nach besseren Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz laut. ThyssenKrupp erklärte nach dem Brand, es gebe keinen Beleg dafür, dass Verstösse gegen Sicherheitsbestimmungen bei dem Feuer eine Rolle gespielt hätten. Ein Arbeiter starb bei dem Unfall im Dezember 2007 sofort, die anderen sechs erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen. Der Prozess wurde in Italien als historisch gefeiert, da erstmals im Zusammenhang mit einem Unfall am Arbeitsplatz eine solche Anklage erhoben wurde - die nun auch zu einem Schuldspruch geführt hat. «Ich denke, dieses Urteil kann viel für die Sicherheit am Arbeitsplatz bedeuten», sagte Staatsanwalt Raffaele Guariniello. Es sei «bahnbrechend». Das Urteil, welches nach stundenlangen Beratungen gefällt wurde, ist nur eines in erster Instanz und kann noch angefochten werden. ThyssenKrupp bezeichnete das Urteil in einer Erklärung als «unbegreiflich und unerklärlich». Die italienische Metallgewerkschaft FIOM begrüsste den Schuldspruch: «Wenn Arbeiter am Arbeitsplatz verletzt oder getötet werden, ist das nie ein Zufall, sondern immer jemandes Verantwortung», hiess es in einer Mitteilung.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch