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UBS erwägt Verschärfung des Negativzins-Regimes

Ein Entscheid über die Senkung der Freigrenze soll im Verlauf des Jahres erfolgen. Kleinsparer dürften davon verschont bleiben.

Noch hat er das Sagen – auch in Sachen Negativzinsen: UBS-Chef Sergio Ermotti. Foto: Christian Beutler (Keystone)
Noch hat er das Sagen – auch in Sachen Negativzinsen: UBS-Chef Sergio Ermotti. Foto: Christian Beutler (Keystone)

Bei der UBS könnten bald mehr Sparer mit Negativzinsen belastet werden als bis anhin. Derzeit wird auf Cash-Beständen ab zwei Millionen Franken ein Strafzins erhoben. Gemäss Recherchen überprüft die UBS Schweiz derzeit die richtige Höhe dieser Freigrenze. Dies werde wohl zu einer Anpassung im Verlauf des Jahres führen, sagt ein Insider. Wann und ob ein neues Regime eingeführt wird, ist noch nicht entschieden.

Eine Sprecherin sagt, dass es für Banken «zunehmend unmöglich» werde, die «wirtschaftlichen Folgen der negativen Zinsen mit alternativen Massnahmen zu kompensieren. Wir verfolgen die Entwicklung genau und empfehlen Kunden grundsätzlich, Alternativen zum Bargeld zu prüfen.»

Die UBS hat per 1. November 2019 die Freigrenze auf 2 Millionen Franken gesenkt. In Euro liegt die Grenze bei 500’000. Die Sprecherin sagt: «Die UBS beabsichtigt weiterhin nicht, Kleinsparer oder kleine Unternehmen mit Negativzinsen zu belasten.»

Bei der UBS ist die Freigrenze im Vergleich zu anderen Banken hoch. Die Migros-Bank bestraft Kunden ab 1 Million Franken. Julius Bär erhebt diesen Strafzins ab 500’000 Franken. Postfinance belastet Guthaben ab 250’000 Franken mit einem Strafzins von 1 Prozent.

Bargeld bleibt verlockend

Dass der Druck auf die Freigrenzen zunimmt, dürfte auch mit der Corona-Krise zusammenhängen. Die Märkte spielen wegen der Viruserkrankung verrückt. Die Aktienkurse sind in den letzten Wochen zum Teil drastisch gesunken. Viele Anleger verkaufen ihre Bestände und flüchten ins Bargeld.

Die UBS sucht derzeit vermehrt das Gespräch mit ihren Kunden, um Alternativen für Bargeld zu besprechen. Allerdings sind die Optionen angesichts der grossen Verunsicherung wenig verlockend. UBS-Finanzchef Kirt Gardner sagte kürzlich, dass die Bank ein Programm gestartet habe,um Kunden mit hohen Bargeldbeständen zu Investitionen zu bewegen. «Wenn diese Kunden das nicht wollen, müssen wir sie entsprechend belasten. Es ist möglich, dass sie dann ihr Bargeld woanders hin verschieben.»

Hohe Cash-Bestände können für die Banken teuer werden, weil sie ab einer definierten Freigrenze bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) einen Negativzins von derzeit 0,75 Prozent bezahlen müssen. Um die steigenden Kosten auf die Kunden abzuwälzen, haben die meisten Schweizer Banken eine Grenze für Sparguthaben eingeführt. Durch die überraschende Senkung der Leitzinsen in den USA von dieser Woche hat der Druck auf die Nationalbank zugenommen. Mit Spannung dürfte deshalb die nächste geldpolitische Lagebeurteilung der SNB am 19. März erwartet werden.

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