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106-Milliarden-Franken-Bierfusion vor dem Abschluss

Der grösste Bierkonzern wächst weiter: AB Inbev hat ein offizielles Angebot für SABMiller abgegeben.

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Anheuser-Busch Inbev übernimmt SABMiller: Alle diese Biere kommen unter ein Dach.
Anheuser-Busch Inbev übernimmt SABMiller: Alle diese Biere kommen unter ein Dach.
Daniel Karmann/EPA

Die über 100 Milliarden Franken schwere Übernahme des Biergiganten SABMiller durch den Konkurrenten AB Inbev ist so gut wie perfekt. Der weltgrösste Bierkonzern Anheuser Busch Inbev legte nun auch ein offizielles Gebot an die Aktionäre des Konkurrenten vor.

Demnach bietet der Brauriese wie erwartet 44 Pfund (67 Franken) je Aktie in bar für den Grossteil der Anteile, wie beide Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Die beiden grössten Aktionäre von SABMiller – der US-Tabakkonzern Altria sowie Bevco – sollen ihre Anteile gegen einen Mix aus speziellen AB-Inbev-Aktien und Bargeld abgeben.

Bei dem geplanten Deal im Umfang von knapp 70 Milliarden Pfund (rund 106 Milliarden Franken) handelt es sich um den bisher grössten in der Braubranche. Beide Unternehmen hatten sich bereits auf grundsätzliche Punkte für eine Fusion geeinigt. Am Mittwoch lief die verlängerte Frist der britischen Behörden für die Vorlage einer offiziellen Übernahmeofferte aus.

Für ihre Fusion verzichten die beiden Braukonzerne auf die Beteiligung an dem US-Konzern MillerCoors. SABMillers 58-Prozent-Anteil werde für zwölf Milliarden Dollar an den Brauer Molson Coors verkauft, teilte Anheuser-Busch am Mittwoch mit. Voraussetzung sei, dass die geplante Übernahme des Branchenzweiten SABMiller auch vollzogen werde.

Verbindung zur Schweiz

Aus dem Hause AB InBev kommen Biere wie Budweiser, Corona, Stella Artois oder Franziskaner. Der Konzern war 2008 aus der Fusion der belgisch-brasilianischen InBev-Gruppe mit dem US-Braukonzern Anheuser Busch entstanden. SABMiller verkauft unter anderem Pilsner Urquell, Miller und Grolsch. In der Schweiz besitzen beide Konzerne keine Brauereien. Hier sind die Konkurrenten Carlsberg und Heineken vertreten.

Obwohl AB Inbev nicht in der Schweiz braut, ist der Konzern mit dem Land verbunden. Der grösste Einzelaktionär Jorge Paulo Lemann wohnt in Rapperswil-Jona SG. Er ist schweizerisch-brasilianischer Doppelbürger. Mit seiner brasilianischen Investmentgesellschaft 3G Capital hält der Milliardär nach Angaben der «Financial Times» vom Juni 12,5 Prozent am Konzern.

Konkurrent Carlsberg will 2000 Stellen streichen

Der dänische Brauereikonzern Carlsberg ist in die roten Zahlen gerutscht und will 2000 Arbeitsplätze streichen. Da die Gewinnentwicklung in den vergangenen Jahren «nicht zufriedenstellend» gewesen sei, müsse das Unternehmen weitere Massnahmen ergreifen, um sich für die Zukunft zu wappnen, erklärte Carlsberg-Chef Cees 't Hart am Mittwoch in Kopenhagen. 2000 Angestellte müssten deshalb gehen, etwa 1300 seien über die Stellenstreichungen bereits informiert worden, teilte die Brauerei mit.

Carlsberg war im dritten Quartal mit knapp 4,45 Milliarden Kronen (rund 600 Millionen Euro) tief in die roten Zahlen gerutscht, nachdem vor einem Jahr noch ein Milliardengewinn unterm Strich gestanden hatte. Dem Unternehmen macht besonders der Markt in Russland zu schaffen. Im dritten Quartal brachen die Verkäufe dort um 18 Prozent ein. Die «tiefgreifenden Schwierigkeiten» auf dem russischen Markt dauerten voraussichtlich noch Jahre an, erklärte Carlsberg.

(SDA)

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