SBB lenkt nach Sexismusvorwurf ein

Für eine Aktion hatte die SBB «schlaue Füchsinnen» gesucht. Nach heftiger Kritik führte sie nun auch einen «Fuchs» ein.

Sexismusvorwurf entschärft: Ein Student und eine Studentin informieren Pendler über Entlastungszüge. (21. August 2017)

Sexismusvorwurf entschärft: Ein Student und eine Studentin informieren Pendler über Entlastungszüge. (21. August 2017)

(Bild: SBB via Twitter)

Ein als «schlauer Fuchs» verkleideter Mann und eine Frau informieren die Pendler der SBB derzeit über Entlastungszüge während der Hauptverkehrszeiten. Das Inserat der SBB, in dem nur «schlaue Füchsinnen» gesucht worden waren, hatte für Aufruhr gesorgt. Nun wird der Sexismusvorwurf mit einem Studenten entschärft.

Die SBB hatte das Inserat Mitte August auf dem Stellenportal der Universität Zürich und der ETH veröffentlicht. Kurz darauf kritisierte die Organisation Terre des Femmes Schweiz die Aktion als «fragwürdig» und «sexistisch» – vor allem auch, weil sich die Ausschreibung nur an junge Studentinnen gerichtet hatte.

Am Montag nun twitterte die Medienstelle der SBB ein Bild unter dem Titel «Schlaue Füchse in Pfäffikon ZH im Einsatz». Darauf ist neben einer Frau klar auch ein Mann zu erkennen, der neben einem Fuchsschwanz auch einen Haarreif mit Fuchsohren trägt. Mit einem Plakat werben die beiden für die Benutzung der Zusatz-S-Bahnen.

Terre des Femmes hatte die Aktion auch kritisiert, weil «sexistische Werbung in der Schweiz nach wie vor verbreitet ist», wie Milena Wegelin von der Frauenorganisation damals gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Es sei wichtig, dass man darüber diskutiere.

150 Franken für zwei Stunden

Nachdem die beiden schlauen Füchse am Montag auf dem Bahnhof in Pfäffikon ZH den Pendlerinnen und Pendlern Tipps für eine angenehmere Reise mitgegeben haben, werden sie dies in nächster Zeit auch noch in Bülach, Effretikon, Winterthur und Regensdorf tun. Für zwei Stunden im Fuchs-Kostüm erhalten die Studentin und der Student je 150 Franken.

Wer die Entlastungszüge zur Hauptverkehrszeit nutze, habe Platz im Zug und sei ein «schlauer Fuchs», so die Werbebotschaft der SBB.

chi/sda

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