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ABB verhandelt mit Hitachi über Milliardendeal

Investoren fordern den Verkauf der Stromsparte. Doch die Fachwelt zweifelt, ob die Japaner Zugang zu genügend Kapital haben.

Das Geschäft Stromnetze liefert mit einem Abstand von mehreren Prozentpunkten die tiefste Marge. Bild: Keystone
Das Geschäft Stromnetze liefert mit einem Abstand von mehreren Prozentpunkten die tiefste Marge. Bild: Keystone

Seit drei Jahren liegen die schwedischen Grossaktionäre Cevian Capital und Investor AB dem ABB-Chef Ulrich Spiesshofer in den Ohren. Er solle die Stromsparte verkaufen, fordern sie.

Spiesshofer verhandle mit Hitachi über einen Verkauf der ertragsschwächsten Sparte des Konzerns, berichtete diese Zeitung vor drei Wochen. Gestern bestätigte ABB nun, dass Verhandlungen mit den Japanern laufen, die bestehende Kooperation «auszubauen und neu zu definieren». Ob ein Deal zustande kommt, sei noch ungewiss.

Geschätzter Wert von 13 Milliarden Dollar

ABB hat vor vier Jahren mit Hitachi eine Gemeinschaftsfirma gegründet, in der sie mit 49 Prozent Anteil Juniorpartnerin ist: Der Sitz ist in Tokio, der Chef kam von Hitachi. ABB profitiert, da sie über die bestens vernetzte Hitachi ihre Toptechnik im Bereich Hochspannungskabel in Japan absetzen kann, wo seit einiger Zeit das Stromübertragungsnetz modernisiert wird. Will Ulrich Spiesshofer bloss die Kooperation mit Hitachi vertiefen und verbreitern, dürfte dies Grossaktionäre wie Cevian kaum ruhigstellen. Das Geschäft Stromnetze liefert mit einem Abstand von mehreren Prozentpunkten die tiefste Marge auf Stufe Gewinn vor Abschreibungen (Ebitda) verglichen mit den drei anderen Konzernsparten von ABB.

Ein Verkauf der Sparte Stromnetze an Hitachi ginge weit über die Kooperation hinaus, die auf Japan beschränkt ist. Bringt ABB das Geschäft in die Gemeinschaftsfirma mit Hitachi ein, stellt sich die Frage der Finanzierung. Industriespezialisten von Banken schätzen den Wert der Stromnetzsparte auf 13 Milliarden Dollar. Die Verhandlungen mit Hitachi seien von Bedenken behindert gewesen, ob die Japaner Zugang zu genügend Kapital haben, um einen solchen Milliardendeal stemmen zu können, ­berichtete die «Financial Times». Eine Möglichkeit wäre, die Gemeinschaftsfirma an die Börse zu bringen, um ABB einen Teil des Verkaufspreises zu beschaffen. ABB bliebe aber massgeblich beteiligt. Die Grossaktionäre dürften daher auf ­Verkauf an den Meistbietenden drängen, damit ABB die bis zu 13 Milliarden Dollar in ertragsstärkere Sparten investieren kann.

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