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Adoboli wurde zweimal von der UBS gewarnt

Der Ex-Händler der UBS, Kweku Adoboli, verspekulierte in einem Fall 123'000 Pfund mit einem verbotenen Finanzgeschäft – und wurde von der Bank auf seine Verfehlung hingewiesen.

Sein Lohnkonto war zum Zeitpunkt der Verhaftung um 3600 Dollar überzogen: Kweku Adoboli verlässt das Gericht. (14. September 2012)
Sein Lohnkonto war zum Zeitpunkt der Verhaftung um 3600 Dollar überzogen: Kweku Adoboli verlässt das Gericht. (14. September 2012)
Reuters

Im Adoboli-Prozess wurden neue Details bekannt: Der ehemalige UBS-Händler hat in seinem letzten Jahr bei der Schweizer Bank mit einem von der UBS verbotenen Finanzgeschäft, dem sogenannten Spread Betting, 123'000 britische Pfund (185'000 Franken) in den Sand gesetzt. Dies wurde gestern beim Prozess in London bekannt.

Spread Betting ist eine Form von Spekulation, bei der sich die Gewinnquote verändert – abhängig vom Zeitpunkt, an dem das Ereignis eintritt. Dabei hat der Wettende die Chance auf hohe Gewinne, geht aber auch hohe Verlustrisiken ein.

Zahlungen an Kleinkreditfirmen

Wie Staatsanwältin Esther Schutzer-Weissmann vor Gericht sagte, wurde Kweku Adoboli von der UBS zweimal darüber informiert, dass diese Wettpraxis gegen die Regeln der Bank verstosse. Weder Anklage noch Verteidigung bestreiten dies.

Die Geschworenen erfuhren zudem, dass Adoboli, der im Jahr 2010 insgesamt 360'000 Pfund verdient hatte, von seinem Konto aus Zahlungen an verschiedene Kleinkreditfirmen getätigt hatte. Sein Konto, auf das die UBS den Lohn überwies, war zum Zeitpunkt der Verhaftung um 3600 Pfund überzogen.

Adoboli wurde am 15. September 2011 festgenommen. Am gleichen Tag gab die UBS einen Handelsverlust aufgrund nicht autorisierter Handelsgeschäfte bekannt, den die Bank zunächst mit zwei und wenig später mit 2,3 Milliarden Dollar angab. Neun Tage später trat UBS-Konzernchef Oswald Grübel zurück. Dem 32-Jährigen werden in zwei Anklagepunkten Betrug und in zwei weiteren Bilanzfälschung vorgeworfen. Er plädierte auf nicht schuldig. Adoboli drohen bis zu zehn Jahre Haft.

SDA/rbi

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