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Astra verbietet Zulassung von neuen Autos der VW-Marken

Die Schweiz macht ab Montag als erstes Land der Welt ernst. Neue VW, Audi, Seat und Skoda dürfen ab diesem Zeitpunkt nicht mehr eingelöst werden.

Vergleich zwischen VW und Autobesitzern: Die US-Flagge reflektiert im VW-Logo. (Archivbild)
Vergleich zwischen VW und Autobesitzern: Die US-Flagge reflektiert im VW-Logo. (Archivbild)
Keystone
Sollen weniger verdienen: Die VW-Vorstandsmitglieder (v.l.) Karlheinz Blessing, Herbert Diess, Matthias Mueller, Bernd Osterloh und Stephan Weil an einer Pressekonferenz in Wolfsburg. (18. November 2016)
Sollen weniger verdienen: Die VW-Vorstandsmitglieder (v.l.) Karlheinz Blessing, Herbert Diess, Matthias Mueller, Bernd Osterloh und Stephan Weil an einer Pressekonferenz in Wolfsburg. (18. November 2016)
Philipp von Ditfurth/EPA, Keystone
Die EPA untersucht nach dem VW-Skandal auch weitere Fahrzeuge: BMW bei einer Garage in Denver. (3. Juni 2007)
Die EPA untersucht nach dem VW-Skandal auch weitere Fahrzeuge: BMW bei einer Garage in Denver. (3. Juni 2007)
David Zalubowski, Keystone
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Als erstes Land der Welt führt die Schweiz dann das angekündigte Zulassungsverbot für manipulierte Autos aus dem VW-Konzern ein. Überreagiert habe man nicht, sagte Astra-Sprecher Guido Bielmann.

Irgendwie habe man ja auf dieses Problem reagieren müssen, sagte Bielmann der Nachrichtenagentur SDA. Der Hauptgrund für das vorläufige Zulassungsverbot sei, dass die Autos mit der eingebauten Software für die Prüfung manipuliert wurden, sagte Bielmann. Zudem wird das Verbot in einer Mitteilung mit dem Umweltschutz begründet.

Unterdessen ist auch klar, für welche Autos das Zulassungsverbot gilt: Nämlich für solche, die erstmals in der Schweiz immatrikuliert werden. Also neue, noch nicht zugelassene Fahrzeuge oder Occasion-Autos aus dem Ausland, wie das Astra bereits am Montag mitteilte.

Weiterverkauf möglich

Wer hingegen bereits ein möglicherweise manipuliertes Auto besitzt, kann dieses weiter verkaufen. Der Käufer kann das Fahrzeug dann auch wieder zulassen lassen. Die erste Mitteilung des Astra vor einer Woche war in diesem Punkt unklar formuliert und verursachte deshalb einige Aufregung.

Vom vorläufigen Zulassungsverbot betroffen sind Modelle der Marken Audi, Seat, Skoda und Volkswagen der Baujahre 2009 bis 2014 (Ausführungen Euro5), die mit Dieselmotoren vom Typ 1.2TDI, 1.6TDI und 2.0TDI ausgerüstet sind. Das Zulassungsverbot ist vorläufig. Über eine Aufhebung werde entschieden, wenn neue Erkenntnisse vorliegen, heisst es in der Mitteilung.

Anleger klagen

Nach Bekanntwerden der Manipulationsaffäre bei Volkswagen hat der erste Anleger in Deutschland Klage eingereicht. Der Aktionär habe erst kürzlich VW-Aktien gekauft und durch die Affäre Geld verloren, sagte Marc Schiefer von der Kanzlei Tilp am Freitag in Kirchentellinsfurt bei Tübingen. Er fordere 20'000 Euro von dem Konzern. Die Kanzlei rechnet damit, dass weitere Klagen folgen werden. «Die Telefone laufen heiss», sagte Schiefer.

In Deutschland muss Volkswagen zwar nicht wie etwa in den USA oder Grossbritannien mit Sammelklagen von Geschädigten rechnen, doch Anleger können mit einem Musterverfahren zumindest den Kursdifferenz-Schaden zurückfordern, den sie nach dem Absturz der VW-Aktie erlitten haben. Die Kanzlei Tilp will ein entsprechendes Verfahren anstossen. Die VW-Aktie war durch den Skandal um manipulierte Abgaswerte um über 40 Prozent eingebrochen.

Französische Justiz ermittelt

Unterdessen hat die französische Justiz erste Ermittlungen gegen Volkswagen eingeleitet. Die Pariser Staatsanwaltschaft geht dem Vorwurf des schweren Betrugs nach, wie am Freitag aus Justizkreisen in der französischen Hauptstadt verlautete. Zuvor hatte der Vize-Präsident der Region Ile-de-France, die dem Grossraum Paris entspricht, Anzeige gegen Volkswagen erstattet.

Volkswagen hatte einräumen müssen, Millionen Diesel-Fahrzeuge mit einer Software ausgestattet zu haben, die Abgaswerte manipulieren kann. In dem Skandal musste VW-Chef Martin Winterkorn vergangene Woche zurücktreten.

AFP/dia

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