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Bär-Aktien legen nach Halbjahreszahlen stark zu

Die Bank Julius Bär hat zu Beginn des Jahres einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Dennoch sind die Aktien der Bank im frühen Börsenhandel stark gesucht.

Neben dem Höhenflug des Frankens belastete auch der Ablasshandel mit Deutschland das Halbjahresergebnis von Julius Bär. Die Bank leistete an Deutschland eine einmalige Zahlung, damit der Staat die Ermittlungen betreffend unversteuerter deutscher Vermögen einstellt. Ohne diesen Aufwand von 51 Millionen Franken nahm der Konzerngewinn nur um 5 Prozent auf 248 Millionen Franken ab.

Auch bei den Kundenvermögen verzeichnete die Bank unter dem Strich einen Rückgang: Seit Ende 2010 verringerten sich die Kundenvermögen um 2,4 Prozent auf 166 Milliarden Franken, wie die Bank Julius Bär mitteilte.

Erwartungen übertroffen

Die Bank habe mit diesen Halbjahreszahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen, hiess es an der Schweizer Börse. Um 09.45 Uhr lag der Aktienkurs bei 36,65 Franken 3,8 Prozent im Plus, nachdem er kurz nach Handelsbeginn sogar bis um 5,9 Prozent in die Höhe geklettert war. Allerdings profitieren die Titel des Vermögensverwalters auch vom allgemeinen Aufschwung der Bankaktien nach der Einigung am Euro-Sondergipfel.

Angetan zeigten sich die Analysten bei Julius Bär auch von der Einstellung zahlreicher neuer Kundenberater. Dies stimme für die weitere Entwicklung von neuen Kundengeldern zuversichtlich, hiess es. Zudem scheine die Strategie, sowohl in Europa als auch in den aufstrebenden Schwellenländern wachsen zu wollen, sich für Julius Bär auszuzahlen.

5 Milliarden Franken neue Kundengelder

Der jüngste Rückgang an Kundenvermögen geschah nicht, weil das Traditionshaus keine neuen Vermögen an Land zog. Die Bank verzeichnete einen Zufluss von neuen Kundengeldern in Höhe von netto 5 Milliarden Franken. Allerdings habe der anhaltend starke Franken diese neu gewonnen Vermögen getilgt, bilanziert die Bank. Das Institut beziffert den negativen Währungseinfluss auf 8 Milliarden Franken.

Der Betriebsertrag der Bank Julius Bär ging um 2 Prozent auf 898 Millionen Franken zurück, der Geschäftsaufwand erhöhte sich dagegen um 12 Prozent auf 667 Millionen Franken. In dieser Zahl enthalten ist auch die Ablasszahlung an Deutschland. Ohne den Millionenbetrag hätte der Geschäftsaufwand lediglich um 1 Prozent zugenommen, schreibt die Bank.

Der Aufwand der Bank falle mehrheitlich in Franken an, während der Ertrag zu grossen Teilen in Euro und Dollar verrechnet werde, schreibt die Bank. Vor allem wegen der Frankenstärke stieg die das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag (Cost-Income-Ratio) auf 67,6 Prozent, nachdem sie in der Vorjahresperiode noch 63,4 Prozent betragen hatte.

Aktienrückkauf auf Kurs

Das Aktienrückkaufprogramm sei auf Kurs, schreibt die Bank Julius Bär weiter. Per Ende Juni erwarb sie 1,9 Millionen eigene Aktien im Wert von insgesamt 66 Millionen Franken. Das Institut hatte angekündigt, bis zu 5 Prozent der am 31. Dezember 2010 ausstehenden Aktien über maximal 500 Millionen Franken zurückzukaufen.

Wie die Bank mit Sitz in Zürich betonte, hat sie weder griechische, noch italienische, spanische, portugiesische oder irische Staatsanleihen in ihren Büchern. Sie habe nur in «sehr geringem Mass» in Kredite solider spanischer oder italienischer Banken investiert.

SDA/rub

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