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Bei der Schweizer Börse bleibt alles beim Alten

Während in Deutschland und den USA die Regeln für den Börsenhandel verschärft wurden, hält die Schweizer Börse an ihrem Reglement fest.

Es bleibe alles beim alten, sagte Sprecher Werner Vogt auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. In der Schweiz seien ungedeckte Leerverkäufe seit dem 19. März 2008 verboten, erklärte der Sprecher der Finanzmarktaufsicht (Finma), Tobias Lux. Gedeckte Leerverkäufe seien indes erlaubt.

Kurz nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers Mitte September 2008, die die Börsen rund um den Globus in den Abgrund riss, sah sich die Vorgängerbehörde der Finma, die Eidgenössische Bankenkommission (EBK), allerdings veranlasst, das Verbot den Börsenhändlern in Erinnerung zu rufen.

Leerverkäufe ohne Deckung seien unzulässig, «namentlich wenn damit Marktverzerrungen beabsichtigt sind oder sie zu Marktmanipulationen eingesetzt werden.» Solche Leerverkäufe seien sowohl für den Eigenhandel als auch für Kunden verboten, schrieb die EBK in einer Mitteilung vom 19. September 2008, als der Orkan über den Märkten das ganze Finanzsystem zu zerzausen drohte.

Ins gleiche Horn stiess die Schweizer Börse, die Strafen androhte: Die Schweizer Börse werde in solchen Fällen eine Untersuchung einleiten und die Fehlbaren notfalls sofort vom Börsenhandel suspendieren oder sogar endgültig ausschliessen.

Falsche Gerüchte verboten

Ebenfalls untersagt sei die Verbreitung von irreführenden Gerüchten und das Streuen von Falschinformationen. Dies sei ein Marktmissbrauch und werde «in keiner Form toleriert», betonte die EBK damals.

Zudem kennt die Schweizer Börse bereits seit langem Handelsunterbrüche bei Kurssprüngen. So wird etwa bei Aktien von Schweizer Grosskonzernen der Handel für fünf Minuten unterbrochen, wenn der folgende Preis um 1,5 Prozent gegenüber dem aktuellen Referenzpreis abweichen würde. Bei Aktien kleinerer Unternehmen oder bei Anleihen führen andere Kurssprünge zu Handelsunterbrüchen.

Weitergehende Einschränkungen für den Börsenhandel sind laut dem Finma-Sprecher hierzulande nicht geplant: Ein Verbot von gedeckten Leerverkäufen sei weder in der Schweiz noch bei anderen wichtigen Aufsichtsbehörden vorgesehen, sagte Lux. Auch im Gremium der internationalen Börsenaufsichtsbehörden IOSCO sei dies kein Thema. Notiz an die Redaktion: Neu: Aussagen des Finma-Sprechers im 2. und letzten Abschnitt

SDA/bru

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