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Billige Tickets drücken Gewinn der Swiss

Die Fluggesellschaft Swiss hat sich im dritten Quartal trotz rekordhoher Auslastung ihrer Flugzeuge nicht auffangen können. Die Einnahmen stiegen zwar, der Gewinn brach jedoch um 22 Prozent ein.

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Steigenden Kapazitäten, sinkenden Preise und hohe Treibstoffkosten machen den Airlines zu schaffen: Eine Kundin kauft bei der Swiss am Flughafen Zürich ein Ticket. (7. August 2012)
Steigenden Kapazitäten, sinkenden Preise und hohe Treibstoffkosten machen den Airlines zu schaffen: Eine Kundin kauft bei der Swiss am Flughafen Zürich ein Ticket. (7. August 2012)
Keystone

Obwohl ihre Flugzeuge so voll sind wie noch nie, hat die Swiss zwischen Juli und Ende September deutlich weniger Gewinn eingeflogen als im gleichen Vorjahreszeitraum. Aber immerhin konnte sie ihren Sinkflug bremsen, nachdem die heftigen Turbulenzen zu Jahresbeginn das Ergebnis zerzaust hatten.

Trotz mehr Umsatz fiel der operative Gewinn im dritten Quartal zwar um 22 Prozent tiefer aus als im Vorjahr, wie die Swiss bekannt gibt. Allerdings sind die 124 Millionen Franken Betriebsgewinn zwischen Juli und Ende September mehr als doppelt so viel wie im ganzen ersten Halbjahr (61 Millionen Franken).

Zu Jahresbeginn war die Swiss sogar in die roten Zahlen geflogen. Als Gründe für den Einbruch nannte die Swiss den anhaltend schwierigen Markt, den weiteren Druck auf die Preise, insbesondere in Europa, den starken Franken und die hohen Treibstoffpreise.

Weit unter Vorjahr

Insgesamt lag der Betriebsgewinn nach neun Monaten mit 185 Millionen Franken um 36 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auch im dritten Quartal sei keine Trendwende gelungen, teilte die Lufthansa-Tochter mit. «Wir bewegen uns mit diesem Ergebnis nicht auf unserer Zielgeraden, um langfristig ausreichend profitabel und investitionsfähig zu bleiben», schreibt Swiss-Chef Harry Hohmeister.

Die Anfang Jahr gestarteten Massnahmen, die ab 2015 das Ergebnis um 115 Millionen Franken verbessern sollen, reichten nicht aus: «Wir müssen darüber hinaus weitere Schritte einleiten», um die Belastungen durch den hohen Ölpreis und die Folgen der Währungssituation zu kompensieren, kündigte Finanzchef Marcel Klaus an.

Alleine in den ersten neun Monaten hätten die hohen Treibstoffpreise Mehrkosten von rund 120 Millionen Franken verursacht.

Optimierungen

Um die Ergebnisse zu verbessern, verfolge man verschiedene Stossrichtungen, hiess es. Durch zusätzliche Dienstleistungen für die Passagiere will die Swiss mehr Geld verdienen. Im Juli hatte die Airline beispielsweise einen Gepäckabholservice von zu Hause oder vom Hotel eingeführt.

Im Einkauf und in der Administration werden gruppenweit zusätzliche Synergien geprüft. Einzelheiten nannte die Swiss nicht. Es seien noch keine Entscheidungen gefallen, sagte Sprecherin Susanne Mühlemann auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Vor drei Monaten hatte Finanzchef Klaus gesagt, dass «unter anderem Prozesse an Bord und am Boden, Flugzeugeinsätze und Optimierungen beim Streckennetz geprüft würden. Im Frühjahr hatte die Swiss die Preise im Interkontinental- und im Europaverkehr erhöht. Optimierungen gab es im Nachbarschaftsverkehr und im Treibstoffmanagement.

Mehr Passagiere

Im Winterflugplan passe die Airline ihr Angebot an die Nachfrage an, teilt die Swiss weiter mit. Einzelne Frequenzen würden saisonal reduziert. Auf der anderen Seite würden ab dem 29. November die Flugverbindungen nach Miami aufgestockt. Ab Mai 2013 fliegt die Swiss täglich direkt nach Singapur. Dies sei dann die 24. Interkontinentaldestination der Schweizer Airline.

In den ersten neun Monaten flogen 12,06 Millionen Passagiere mit der Swiss. Das sind 4,3 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. die Auslastung der Flugzeuge stieg um 1,4 Punkte auf 83,5 Prozent.

Härterer Sparkurs

Beim Mutterkonzern Lufthansa sank in den ersten neun Monaten sank trotz einer Umsatzsteigerung um 6,1 Prozent auf 22,8 Milliarden Euro das operative Ergebnis um 13,3 Prozent auf 628 Millionen Euro. Wegen einmaliger Effekte im Vorjahr stieg der Reingewinn allerdings um fast zwei Drittel auf 474 Millionen Euro.

Dennoch zeigt sich Konzernchef Christoph Franz nicht zufrieden: «Wir haben nicht die Ertragskraft, die wir brauchen.» Der bisherige Sparprogramm, das die Streichung von 3500 der rund 17'000 Verwaltungsjobs im Konzern vorsieht, reiche nicht. Der Sparkurs werde verschärft.

Klar sei bereits, dass bis Ende des Jahres 34 Flugzeuge weniger eingesetzt werden sollen. Das hiesse, dass 2000 Flugbegleiter und 500 Piloten weniger gebraucht werden als geplant, sagte Franz auf einer Medienkonferenz in Frankfurt.

(SDA)

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