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BLS Cargo streicht bis zu 80 Stellen

Ab 2014 kocht der Gütertransport-Anbieter BLS Cargo am Gotthard nur noch auf kleinem Feuer. Er verliert fünf Sechstel seiner bisherigen Fahrten an die SBB, die dem deutschen Transportunternehmen DB Schenker Rail offensichtlich ein besseres Angebot machen konnten.

Bis zu 60 Lokführerstellen sollen gestrichen werden.
Bis zu 60 Lokführerstellen sollen gestrichen werden.
zvg

Etwa 6000 Güterzüge lässt BLS Cargo zurzeit über die Gotthardstrecke rollen - gut 5000 davon für die DB Schenker Rail. Diese fallen ab 2014 weg, denn die Preisverhandlungen sind vor Wochenfrist endgültig gescheitert, wie BLS-Cargo-Chef Dirk Stahl am Dienstag vor den Medien sagte.

BLS Cargo habe aus Wirtschaftlichkeitsgründen darauf verzichtet, eine nicht kostendeckende Offerte abzugeben. DB Schenker Rail habe dann mitgeteilt, ein anderer Anbieter springe in die Bresche. Dabei handelt es sich um die SBB, wie kurz vor Beginn der BLS-Medienkonferenz bekannt wurde.

Er wisse nicht, wie das SBB-Angebot zustande gekommen sei, sagte Bernard Guillelmon als Chef des Gesamtunternehmens BLS. Es gebe zwei grosse Kostenblöcke: Die Trassenpreise, die für alle gleich seien, und die Lohnkosten für das Personal. Hier gebe es vielleicht ein klein wenig Spielraum, wenn jemand sein Personal effizienter einsetze. Doch das mache nicht viel aus, und die Lohnkosten seien bei allen Unternehmen etwa gleich.

«Schmerzlicher Verlust»

Der Verlust am Gotthard sei schmerzlich, sagte BLS-Cargo-Chef Stahl. In kleinem Rahmen wolle man aber auf der Strecke präsent bleiben und einen Teil des Verkehrsverlustes mit «innovativen Angeboten» kompensieren. «BLS Cargo bleibt ein vollwertiger Anbieter auf beiden Transitachsen und bereitet sich mit neuen Strukturen auf die Inbetriebnahme des Gotthardbasistunnels vor.»

Guillelmon und Stahl riefen in Erinnerung, dass BLS Cargo zwar zum Gesamtunternehmen gehöre, aber selbsttragend sein müsse. «Wir finanzieren uns selber und müssen auch gewinnorientiert arbeiten», sagte Stahl. Schon 2013 wolle man in die schwarzen Zahlen zurückkehren nach einem Verlust von 1,85 Mio Fr im letzten Jahr.

Lokführer hoffen auf SBB

Die Lokführer bezieht BLS Cargo vom Gesamtunternehmen. «Das ganze Personal ist bei der BLS angestellt, auch aus Effizienz- und Synergiegründen», sagte Guillelmon. Dass der Teilrückzug am Gotthard zu «Überkapazitäten» beim Personal führe, sei sehr bedauerlich.

Betroffen seien in erster Linie Lokführerstellen an den Standorten Erstfeld und Bellinzona/Chiasso, in geringerem Mass auch in Basel. Dazu kämen Servicestellen in Chiasso und Arbeitsplätze am Geschäftssitz in Bern. Insgesamt müssten 70 bis 80 Stellen abgebaut werden, davon 50 bis 60 Lokführerstellen.

«Wir werden alles daran setzen, den Abbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten», betonte Guillelmon. Bis Ende Juni will das Unternehmen die Pläne konkretisieren. Unter anderem werde sich die BLS bemühen, Lokführer möglichst an die SBB zu vermitteln.

Offene Fragen bei Aktien

Die BLS Cargo AG besteht seit zwölf Jahren. Zu 52 Prozent gehört sie der BLS. Ebenfalls beteiligt sind der Schweizer Ableger der DB Schenker mit 45 Prozent und die italienische Ambrogio-Gruppe mit 3 Prozent.

Was aus den Aktien der DB Schenker nach deren Zuwendung zur SBB wird, ist unklar. Die BLS wollte darüber mit der DB Schenker «ergebnisoffen» diskutieren, erklärte Guillelmon.

(SDA)

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