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Bobst streicht 420 Stellen

Der Verpackungsmaschinenhersteller Bobst reduziert seine Belegschaft um acht Prozent. Der Abbau soll beim Lausanner Unternehmen bis Mitte 2013 erfolgen. Zu Entlassungen kommt es aber nicht.

Die meisten Stellen werden in Lausanne gestrichen: Bobst-Angestellter bei der Arbeit. (Archivbild)
Die meisten Stellen werden in Lausanne gestrichen: Bobst-Angestellter bei der Arbeit. (Archivbild)
Keystone

Der starke Franken und die weltweit stagnierende Nachfrage veranlassen den Westschweizer Verpackungsmaschinenhersteller Bobst, Teile seiner Produktion auszulagern. Dadurch werden bis Mitte 2013 rund 420 der weltweit 5300 Arbeitsstellen gestrichen.

Der grösste Teil des Stellenabbaus betrifft die Produktionsstandorte bei Lausanne, wie es heute in einem Communiqué hiess. Dort unterhält Bobst rund 2000 Arbeitsplätze. Weltweit bedeutet der Schnitt einen Abbau von 8 Prozent der Stellen.

Zu Entlassungen wird es laut Bobst nicht kommen, da der Stellenabbau mit der Auflösung temporärer oder befristeter Arbeitsverträge, frühzeitigen Pensionierungen und der üblichen Personalfluktuation durchgeführt werde. Zudem unterstützen Bund und Kanton Waadt den Umbau.

Kurzarbeit für ein halbes Jahr

Im weiteren führt Bobst für ein halbes Jahr Kurzarbeit ein. Damit will das Unternehmen so viel Personal wie möglich bis zum erwarteten Nachfrageanstieg behalten. Von der Umstrukturierung nicht betroffen seien die Lehrlinge und die Entwicklungsabteilung, teilte das Unternehmen mit.

Die Entwicklung, die Forschung und der Bau von Hightech-Maschinen wird bis Ende 2012 in Mex konzentriert. Tätigkeiten minderer Komplexität lagert Bobst an Zulieferbetriebe ins Ausland aus.

So werden mittel- und tieferwertige Maschinen in China und Indien gebaut. Dort liegen auch Wachstumsmärkte von Bobst. In China beschäftigt Bobst bereits 600 und in Indien 250 Personen.

Im weiteren will Bobst profitabler werden, wie Generaldirektor Jean-Pascal Bobst vor den Medien erklärte. Das Resultat soll sich 2013 um 50 bis 60 Millionen Fr. verbessern. Mit einem Eurowechselkurs von 1,35 Fr. wäre das Unternehmen im laufenden Jahr hoch profitabel. Im ersten Semester fuhr Bobst einen Verlust von 27,7 Millionen Fr. ein, der Umsatz legte leicht auf 562,2 Millionen Fr. zu.

Bund und Kanton greifen Bobst unter die Arme

Für den Kanton Waadt als Industriestandort ist der Stellenabbau bei Bobst ein weiterer Schlag. Zuvor hatten bereits Novartis und Kudelski den Abbau von 320 respektive 90 Stellen angekündigt. Der Kanton will das Lehrlingszentrum von Bobst «ausnahmsweise» während zweier Jahre mit 12 Millionen Fr. unterstützen. Der Betrag muss noch vom Parlament gutgeheissen werden.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) steuert einen Beitrag von 6 bis 8 Millionen Fr. bei. Dieser Betrag läuft unter dem Titel Einarbeitungszuschuss (EAZ). Die Zuschüsse können Firmen beantragen, die ihre Produktionsabläufe ändern müssen.

Sie ermöglichen es, bis zu 1000 Beschäftigten während einer Ausbildungsdauer von durchschnittlich drei Monaten den Lohn zur Hälfte aus der Arbeitslosenversicherung zu subventionieren. Im Gegenzug zu den Beihilfen erklärte sich Bobst zu einem Verzicht auf Entlassungen bereit.

Die Gewerkschaft Unia zeigte sich mit der Abwicklung des Stellenabbaus zufrieden. Zwei Monate lange Verhandlungen hätten geholfen, Entlassungen zu verhindern. Für die Gewerkschaft ist dies ein Beweis, dass sich gute, sozialverträgliche Lösungen finden lassen. Unia empfiehlt das Vorgehen angesichts der aktuellen Bedrohung des Werkplatzes Schweiz zur Nachahmung.

SDA/mrs

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