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Börsenaufsicht eröffnet Untersuchung gegen UBS

Der Grossbank wird vorgeworfen, ihrer Informationspflicht nicht rechtzeitig nachgekommen zu sein. Die UBS weist die Vorwürfe zurück.

Die Grossbank streitet eine Verletzung der Richtlinien ab: UBS-Firmenlogo. (Archivbild)
Die Grossbank streitet eine Verletzung der Richtlinien ab: UBS-Firmenlogo. (Archivbild)
Keystone

Die Schweizer Börsenaufsicht nimmt die UBS unter die Lupe. Sie prüft, ob die Grossbank gegen die Publizitätspflicht verstossen und den Markt nicht rechtzeitig informiert hat. Es geht dabei um zwei Meldungen der UBS, deren Inhalt vor der offiziellen Mitteilung breit in der Presse diskutiert wurde.

Die SIX Exchange Regulation hat nach Abschluss von Vorabklärungen eine Untersuchung wegen möglicher Verletzungen der Vorschriften zur Ad hoc-Publizität eröffnet, wie sie am Donnerstag mitteilte. Konkret geht es um zwei Mitteilung, welche die UBS vergangenes Jahr publiziert hatte.

In der Mitteilung vom 30. Oktober 2012 informierte die UBS über den geplanten Konzernumbau mitsamt der Restrukturierung der Investment Bank. In der Mitteilung vom 19. Dezember 2012 gab die UBS bekannt, dass sie im Zusammenhang mit den Libor-Manipulationen eine Zahlung von rund 1,4 Milliarden Fr. leisten werde.

Kooperation mit den Behörden

An den Vortagen der Meldung vom 30. Oktober 2012 haben diverse nationale und internationale Medien von einem grossen Stellenabbau im Investmentbanking berichtet. Sie haben sich dabei auf UBS-Insider berufen. Die UBS gab das Restrukturierungsprogramm schliesslich am 30. Oktober 2012 bekannt, als auch die Zahlen für das dritte Quartal publiziert wurden.

Im Vorfeld der Meldung zu den Libor-Vergleichen haben hiesige Medien unter Berufung auf «gut unterrichtete Quellen» über eine mögliche Strafzahlung von «rund 1,5 Milliarden Fr.» im Libor-Fall berichtet. Schliesslich hat die Bank rund 1,4 Milliarden Fr. bezahlt.

Ein Sprecher der UBS wollte damals keine Stellungnahme zu den verschiedenen Medienberichten abgeben. Er versicherte gegenüber der Finanznachrichtenagentur awp lediglich, dass die Bank in der Angelegenheit «voll und ganz mit Regulatoren und Behörden kooperiere.»

UBS weist Schuld von sich

Die UBS streitet eine Verletzung der Publizitätspflichten ab. «Es gibt keinen Anlass für diese Untersuchung», betonte die Bank in einer ersten Stellungnahme am Donnerstag. Sie nehme ihre Offenlegungspflichten sehr ernst. In Bezug auf die erwähnten Sachverhalte seien alle rechtlichen Anforderungen erfüllt worden, teilte die UBS mit.

Die Dauer des Untersuchungsverfahrens ist offen. Über das laufende Untersuchungsverfahren würden keine Auskünfte erteilt, hiess es in der Medienmitteilung der Börsenaufsicht. Gemäss SIX-Pressesprecher Alain Bichsel besteht bei Verletzungen der Publizitätspflichten ein breites Spektrum an Sanktionsmöglichkeiten. Es reiche von einer einfachen Verwarnung bis hin zur Ultima Ratio, die darin bestünde, ein Unternehmen von der Börse zu nehmen.

Wahrscheinlich ist bei einer Verletzung der Ad hoc-Publizität eine Busse, wie sie die Börsenaufsicht in solchen Fällen bereits öfters aussprach. Im letzten Jahr musste die Hörgeräteherstellerin Sonova 2 Millionen Fr. zahlen, da sie eine Gewinnwarnung zu spät publiziert hatte. Die maximale Höhe bei solchen Bussen beträgt gemäss Bichsel 10 Millionen Franken.

SDA/ajk

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