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Börsengang von Galenica Santé bereits im zweiten Quartal 2017

Die Geschäftseinheit Galenica Santé soll bereits im zweiten Quartal 2017 an der Schweizer Börse SIX kotiert werden. Dies bestätigt die Gesundheitsgruppe Galenica am Dienstag.

Galenica geht davon aus, mit dem Börsengang von Galenica Santé die Mehrheit ihrer Galenica-Santé-Aktien verkaufen zu können.
Galenica geht davon aus, mit dem Börsengang von Galenica Santé die Mehrheit ihrer Galenica-Santé-Aktien verkaufen zu können.
BZ Archiv

Der langjährige Galenica-Patron Etienne Jornod nahm während seiner Präsentation gestern mehrere Anläufe, um den Kernpunkt der Aufspaltung des Konzerns zu verdeutlichen. Im Resümee machte er dann klar: «Die Galenica-Gruppe ist bereits mehr und mehr ein Pharmaunternehmen geworden.» Die 13'000 Aktionäre seien vor allem an der rasch wachsenden Tochterfirma Vifor Pharma und deren hohen Renditeaussichten interessiert.

Schliesslich sind der Financier Martin Ebner und der Immobilienunternehmer Remo Stoffel mit Anteilen von rund 18 respektive 10 Prozent die beiden grössten Aktionäre des Konzerns. Galenicas bereits weit entwickeltes Schweizer Stammgeschäft mit eigenen Apotheken und der Belieferung von Apotheken, Drogerien, Ärzten und Spitälern sorgt bei Investoren dagegen kaum für Fantasien.

Preis offen

Deshalb spaltet Galenica nun das Stammgeschäft ab und bringt es im zweiten Quartal 2017 unter dem Namen Galenica Santé an die Schweizer Börse SIX. Somit sind Aktionäre gesucht, für die das weniger spektakuläre Risikorenditeprofil passt. Denn Galenica Santé ist zwar in einem stark ausgereizten Markt tätig und damit keine Wachstumsgeschichte, kann aber mit einer relativ sicheren Rendite locken.

Am Kauf der neuen Aktien stark interessiert sein dürften laut dem designierten Präsidenten von Galenica Santé, Jörg Kneubühler, nicht nur langfristig orientierte Pensionskassen, sondern auch Fonds aus Übersee. Wie viel eine der neuen Aktien kosten wird und welchen Erlös Galenica aus dem Börsengang ­erwartet, dazu äusserten sich Kneubühler und Jornod noch nicht. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass der Wert, den wir im Kopf haben, erreicht wird», sagte Jornod bloss. Analysten gehen von einem Börsenwert zwischen 1,5 Milliarden und 2 Milliarden Franken aus.

Für die Aktienplatzierung arbeitet der Konzern gleich mit acht Banken zusammen. Nicht weil es so schwierig sei, Galenica Santé an den Markt zu bringen. Sondern um alle Kundensegmente auch im Ausland abdecken zu können. «Alles läuft extrem gut. Das Interesse ist sehr gross», beteuerte Jornod. Galenica platziere zunächst eine Mehrheit von Galenica Santé an der Börse, und mittelfristig werde man sich vollständig trennen.

Sitz bleibt in Bern

Der Sitz von Galenica Santé, die rund 6100 Angestellte beschäftigen wird, bleibt in Bern. Auch die Beschränkung der Stimmrechte auf 5 Prozent und damit ein Abwehrmechanismus gegen eine Übernahme bleibt. «Das haben wir den traditionellen Aktionären, den Apothekern, beim Börsengang von Galenica im Jahr 1999 versprochen, und das halten wir ein», sagte Jornod.

Vifor Pharma ist in Glattbrugg ZH ansässig, und dieser Standort wird zum Sitz der neu Vifor Pharma genannten Gruppe. Jornod bleibt exekutiver Verwaltungsratspräsident der Gruppe.

Vifor Pharma soll mit dem Erlös aus dem Verkauf von Galenica Santé nicht nur die Übernahme der US-Pharmafirma Relypsa refinanzieren können, die letzten Sommer 1,5 Milliarden Dollar kostete. Sondern sie soll auch Mittel für die weitere Entwicklung des Geschäfts erhalten.

Bis zum Jahr 2020 will Vifor rund 850 Millionen Franken investieren. Allein 600 Millionen davon fliessen in die Markteinführung des Kaliumbinders Veltassa in den USA. Weitere 100 Millionen soll die Einführung dieses Relypsa-Präparates in Europa kosten. Die restlichen 150 Millionen kommen Präparaten gegen Vitaminmangel und gegen Eisenmangel zugute.

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