Zum Hauptinhalt springen

Bürger sind gegen Swisscom-Privatisierung

Eine Privatisierung der Swisscom hätte zum jetzigen Zeitpunkt keine Chance an der Urne. 2006 war das Interesse daran laut einer Umfrage noch wesentlich grösser.

Laut gfs ist die Bevölkerung gegenüber einer Privatisierung der Swisscom stark abgeneigt: Swisscom Shop in Bern. (Archivbild)
Laut gfs ist die Bevölkerung gegenüber einer Privatisierung der Swisscom stark abgeneigt: Swisscom Shop in Bern. (Archivbild)
Christian Beutler, Keystone

Soll die Swisscom privatisiert werden? Diese Frage stellte das Meinungsforschungsinstitut gfs 1005 Personen. Unabhängig von Alter und politischer Einstellung ziehen die meisten Befragten den Status quo vor, so das Ergebnis der Umfrage.

Die Medien- und Kommunikationsgewerkschaft Syndicom hat die Studie in Auftrag gegeben und sie an einer Medienkonferenz in Bern präsentiert. Gemäss Lukas Golder vom Meinungsforschungsinstitut gfs hat die Umfrage ergeben, dass eine allfällige Privatisierung der Swisscom auf wenig Interesse stösst.

Sie würde nur kleine Kreise mobilisieren können, sagte Golder. Er zog Vergleiche zu einer früheren Studie zum selben Thema aus dem Jahr 2006, die von einer Vorgängerorganisation der Syndicom in Auftrag gegeben worden war. Damals sei das Interesse in der Bevölkerung deutlich grösser gewesen.

36 Prozent «bestimmt dagegen»

In der aktuellen Befragung gaben 36 Prozent jener, die gemäss eigenen Aussagen auf jeden Fall an einer Abstimmung über die Privatisierung teilnehmen würden, an, «bestimmt dagegen» zu sein. Nur 12 Prozent wären «bestimmt dafür».

Laut Golder weist dieses Ergebnis auf eine starke Abneigung der Bevölkerung gegenüber einer Privatisierung der Swisscom hin. Es liessen sich keine klaren Tendenzen bezüglich Altersgruppen und politischer Orientierung erkennen.

«Gibt man Infrastrukturen private Hände, gibt man sie auf»

Unmittelbar vor dem Beginn der Herbstsession schaltet sich die Syndicom damit in die Diskussion um den Service Public ein. Giorgio Pardini, Leiter des Bereichs Telekommunikation bei der Gewerkschaft, sagte, eine starke Wirtschaft benötige eine gute Infrastruktur. Es gebe genügend Beispiele dafür, dass nach einer Privatisierung Investitionen in die Infrastruktur zurückgingen oder ausblieben.

Der Berner SP-Nationalrat Corrado Pardini sagte: «Gibt man Infrastrukturen in die Hände privater Aktionäre, gibt man sie auf. So einfach ist die Gleichung.» Die Swisscom sei ein strategischer öffentlicher Besitz und solle es bleiben.

2006 hatte der Bundesrat die Privatisierung der Swisscom vorgeschlagen, scheiterte jedoch am Parlament.

SDA/kat

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch