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Charles Vögele schreibt tiefrote Zahlen

Der warme Herbst und die Aufhebung des Mindestkurses machten dem Schweizer Modehändler letztes Jahr zu schaffen. Der Verlust weitete sich auf 62 Millionen Franken aus.

62 Millionen Franken Verlust: Verkäuferinnen in einer Vögele-Filiale.
62 Millionen Franken Verlust: Verkäuferinnen in einer Vögele-Filiale.
Keystone

Die Charles-Vögele-Aktien sind am Dienstagmorgen stark unter Druck geraten. Der Bekleidungskonzern hat für das Geschäftsjahr 2015 vorbörslich einen Verlust vermeldet, der noch höher als im Vorfeld befürchtet ausgefallen ist. Bis 9.45 Uhr verloren die Titel 7,6 Prozent an Wert. Der Gesamtmarkt gemessen am SPI steht derweil 0,7 Prozent im Plus.

Und plötzlich gehts abwärts: Intraday-Aktienkurs von Vögele.

Anstatt endlich wieder schwarze Zahlen zu schreiben, rutschte die Modehandels-Gruppe im vergangenen Geschäftsjahr tief in die Verlustzone. Auch der Umsatz ist erneut geschrumpft. So erhöhte sich 2015 der Konzernverlust von 11 Millionen Franken im Vorjahr auf 62 Millionen Franken. Der Nettoumsatz sank um 11 Prozent auf 803 Millionen Franken, wie Charles Vögele am Dienstag mitteilte. Das Modeunternehmen begründet den Rückschlag einerseits mit der Aufhebung des Euromindestkurses. Diese habe die Ergebnisse im Heimmarkt Schweiz massiv belastet und habe zu negativen Umrechnungseffekten in den übrigen Verkaufsregionen geführt. Weiter habe Charles Vögele aber auch unter dem intensiven Wettbewerbs- und Preisdruck in der Schweiz und dem deutlich zu warmen Herbst gelitten.

Turnaround braucht Zeit

Das Vögele-Ergebnis sei tiefer als erwartet ausgefallen, heisst es im Kommentar der Zürcher Kantonalbank (ZKB). In den wichtigsten Märkten Schweiz und Deutschland sei der Konzern hinter der Marktentwicklung zurückgeblieben.

Für die Bank Vontobel reflektieren die Resultate das schwierige Umfeld im Kleiderdetailhandel. Erschwerend habe sich zudem die Währungssituation ausgewirkt, die im für Charles Vögele wichtigsten Heimmarkt zu einem Einbruch der Margen geführt hätten. Der angestrebte Turnaround werde denn auch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Sofortmassnahmen

Leicht positiv werten die Analysten die Verlängerung der Kreditfaszilitäten über maximal 245 Millionen Franken um zwei Jahre. Damit habe sich das Unternehmen Zeit gekauft. Eine Investition in die Titel bleibe aber dennoch «hochspekulativ», urteilt der zuständige Analyst der ZKB.

Mit Blick auf die Eigenkapitalquote von lediglich 22 Prozent sei der Breakeven auf Stufe Ebitda im laufenden Jahr eine Notwendigkeit, schreibt ein Vontobel-Experte.

Vögele lässt wissen, dass man sich dank Sofortmassnahmen bei der Beschaffung, zusätzlichen Kosteneinsparungen sowie Fortschritten in der Kollektion das Modeunternehmen zwar im dritten Quartal hat steigern können. Im vierten Quartal habe jedoch der positive Trend aufgrund des warmen Herbst in allen Absatzregionen von Charles Vögele bereits wieder gekehrt.

Für das laufende Jahr zeigt sich das Unternehmen trotz diesem Rückschlag vorsichtig optimistisch. Die Situation in der Textilbranche bleibe zwar zweifelsohne anspruchsvoll, heisst es im Communiqué. Dank einem bereits eingeleiteten Restrukturierungsprogramm soll Charles Vögele jedoch auf Stufe Betriebsergebnis (Ebit) bereits wieder schwarze Zahlen schreiben. Im vergangenen Jahr resultierte hier noch ein Verlust von 51 Millionen Franken.

SDA/chk

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