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Chinas grösste Zughersteller fusionieren

In China hat sich ein neuer Riese im Zugmarkt gebildet. Die beiden grössten Produzenten des Landes wollen gemeinsam auf dem Weltmarkt gegen Rivalen wie Siemens und Bombardier antreten.

China baut sein Streckennetz schnell aus: Eine Zugbegleiterin in einem Hochgeschwindigkeitszug auf der neuen Strecke von Urumqi nach Lanzhou in Westchina. (26. Dezember 2014)
China baut sein Streckennetz schnell aus: Eine Zugbegleiterin in einem Hochgeschwindigkeitszug auf der neuen Strecke von Urumqi nach Lanzhou in Westchina. (26. Dezember 2014)
AFP

Die beiden grössten chinesischen Zughersteller haben sich zusammengeschlossen. Nach der Verkündung der Megafusion zwischen China CNR und CSR schossen die Aktien am Mittwoch in Hongkong und Shanghai steil in die Höhe. Beide hatten zuletzt einen Marktwert von umgerechnet rund 25 Milliarden Franken. Die Fusion erfolgt durch einen Aktientausch.

In einer Mitteilung an der Schanghaier Börse am Dienstagabend hiess es, der Zusammenschluss solle «einen neuen grenzüberschreitenden und weltweit führenden Anbieter für hochwertige Bahnausrüstung schaffen», wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua zitierte. Bei der Erkundung des Weltmarktes sollten so auch «Grabenkriege» zwischen den beiden Herstellern von Hochgeschwindigkeitszügen vermieden werden.

Die staatliche chinesische Bahnindustrie war erst im Jahr 2000 in die zwei Hersteller im Norden und Süden, China North (CNR) und China South Locomotive and Rolling Stock Corporation (CSR), aufgeteilt worden, um den Wettbewerb zu fördern.

Die Zugbauer waren damals Kooperationen mit ausländischen Herstellern wie Siemens, Bombardier aus Kanada, Alstom aus Frankreich und japanischen Shinkansen-Produzenten eingegangen, um Hochgeschwindigkeitszüge zu entwickeln.

Riesiges Staatsunternehmen

Mit dem Aufbau des grössten Hochgeschwindigkeitsnetzes der Welt in China haben die beiden Hersteller inzwischen auch eigene Züge entwickelt, mit denen sie heute Siemens und anderen Konkurrenz machen. Ausser Hochgeschwindigkeitsbahnen produzieren beide auch 80 Prozent der Frachtzüge und die meisten U-Bahnen in China. Beide Zughersteller zählen zu den grössten Staatsunternehmen des Landes.

Ihre Aktien wurden am Mittwoch erstmals seit dem 27. Oktober wieder gehandelt. Der Handel war damals ausgesetzt worden, als die Pläne für den möglichen Zusammenschluss bekannt wurden. Das neu geschaffene Bahnunternehmen hat rund 170'000 Beschäftigte.

Den gemeinsamen Umsatz bezifferte die Nachrichtenagentur Bloomberg in den zwölf Monaten bis September auf 228 Milliarden Yuan, heute umgerechnet 36 Milliarden Franken.

Da Chinas Bahnmarkt in Zukunft nicht mehr so rasant wachsen wird und die Kapazitäten gross sind, müssen sich beide Hersteller verstärkt auf dem Weltmarkt umschauen. Beide haben sich bei Ausschreibungen im Ausland aber wiederholt einen ruinösen Preiskrieg geliefert.

SDA/rub

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