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Chinesen liegen bei GM auf der Lauer

Chinas grösster Autobauer soll daran interessiert sein, sich namhaft an General Motors zu beteiligen. Die Empörung in den USA ist riesig.

Lächeln für GMs Zukunft: chinesisches Modell auf einer Automesse in Shanghai.
Lächeln für GMs Zukunft: chinesisches Modell auf einer Automesse in Shanghai.
AFP
Verteidigt seine Entscheide: US-Präsident Barack Obama bei einer Ansprache am GM-Hauptsitz in Detroit.
Verteidigt seine Entscheide: US-Präsident Barack Obama bei einer Ansprache am GM-Hauptsitz in Detroit.
AFP
Neuer CEO: Edward E. Whitacre Jr. kündigt im Januar an, dass er den Konzern nicht mehr wie bisher interimistisch leiten wird, sondern endgültig Chef ist.
Neuer CEO: Edward E. Whitacre Jr. kündigt im Januar an, dass er den Konzern nicht mehr wie bisher interimistisch leiten wird, sondern endgültig Chef ist.
AFP
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50 Milliarden Dollar hat die amerikanische Regierung vor einem Jahr investiert, um General Motors zu retten. Trotz der verwendeten Steuergelder droht aber der Konzern zumindest teilweise in fremde Hände zu geraten, wie das «Wall Street Journal» in seiner Online-Ausgabe berichtet. Denn wenige Wochen vor dem erneuten Börsengang im November wird spekuliert, Chinas grösster Autobauer Shanghai Automotive Industries (SAIC) interessiere sich für eine Beteiligung am US-Konzern.

Auslöser der Spekulationen sind entsprechende Äusserungen, die SAIC-Chef Hu Maoyuan vor einem Monat machte. Seither schweigt er allerdings dazu. Gemäss dem «Wall Street Journal» ist zwar bis jetzt noch keine Entscheidung gefallen. Doch SAIC wolle vermutlich mit einem Anteil von 10 Prozent beim Autokonzern einsteigen, schreibt das Blatt.

US-Bürger fühlen sich verschaukelt

GM will sich zu diesen Spekulationen nicht äussern. Doch die US-Bürger fühlen sich verschaukelt. Es sei falsch, wenn am Schluss die Chinesen von der amerikanischen Staatshilfe profitieren würden, heisst es. Ebenso ist eine Debatte darüber entbrannt, wie stark ausländische Investoren in US-Unternehmen Einfluss nehmen dürfen. Noch gehören 61 Prozent von GM der amerikanischen Regierung, doch diese will sich nach und nach aus dem Geschäft zurückziehen. Mit dem Börsengang sollen die US-Steuerzahler wenigstens einen Teil des investierten Gelds zurückerhalten.

Die amerikanische Regierung lässt sich zurzeit noch nicht in die Karten blicken – vielleicht im Wissen darum, dass eine chinesische Beteiligung an GM politischen Widerstand auslösen dürfte. Das Finanzministerium schweigt bis jetzt zu den neusten Spekulationen. Und Kommentatoren sprechen von einem Dilemma, in dem US-Präsident Obama steckt. Denn wegen der milliardenteuren Rettung von GM stand er in der Kritik.

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