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CS-Aktie stürzt ab, UBS-Papier gibt nach

Die SNB schickt mit ihren Äusserungen den Börsenkurs der Credit Suisse auf Talfahrt, und zwar um acht Prozent. Auch das UBS-Papier hat um mehr als zwei Prozent verloren.

Der Absturz der Aktie hat mit den Aussagen von SNB-Präsident Thomas Jordan zu tun, das beobachtet ZKB-Analyst Andreas Venditti. Jordan sagte im Rahmen der geldpolitischen Lagebeurteilung, CS und UBS hätten in den letzten Jahren zwar Fortschritte bei der Kapitalausstattung erzielt. Diese seien aber angesichts der hohen Risiken im heutigen Umfeld ungenügend. Die CS-Aktie stürzte um acht Prozent ab, das Papier der UBS gab streckenweise um bis zu drei Prozent nach.

Die SNB erklärte, das direkte Engagement der beiden Banken in den schlingernden Euro-Staaten sei zwar moderat. Hingegen könnten bei einer weiteren Eskalation der Euro-Krise auch für UBS und CS hohe Verluste auf Kredit- und Handelspositionen in der EU, in der Schweiz und den USA entstehen, warnt die SNB.

Die Risiken würden nicht vollständig erfasst, heisst es weiter. Einen Schock wie in der Finanzkrise 2007-2009 könnten beide Institute nicht absorbieren. Dies ist insbesondere für die CS ernüchternd, die damals anders als die UBS ohne Staatshilfe ausgekommen war, allerdings auch illiquid gewordene Anlagen nicht an die SNB auslagern konnte.

Ein Vergleich der Kapitalausstattung der Banken ist aufgrund der verschiedenen angewendeten Modelle schwierig. Die SNB richtet den Fokus auf sogenanntes «verlustabsorbierendes Kapital», während viele Banken ihre Aktiven «risikogewichten».

Während sich die beiden Schweizer Grossbanken zu den bestkapitalisierten Banken der Welt zählen, fallen sie in der SNB- Betrachtung an den Schluss des Feldes: So betrage das «verlustabsorbierende Kapital» der UBS 2,7 Prozent der Nettobilanz, bei der CS sind es gar nur 1,7 Prozent.

In diesem Vergleich werden neben dem harten Kernkapital keine Derivatepositionen angerechnet und die CS kann auch ihre umfangreichen hybriden Kapitalanlagen nicht mehr hinzuziehen. ZKB-Analyst Venditti: «Es gibt eine gewisse Diskrepanz zwischen den Behauptungen Brady Dougans, die CS sei kapitalmässig gut ausgestattet und dem, was Investoren, Analysten und jetzt auch die SNB sagen. Das löst bei den Anlegern die Verkäufe aus.»

SNB hat total andere Sicht als Grossbanken

Die SNB stützt sich mit ihrer Einschätzung auf die Erfahrungen aus der Finanzkrise, als viele Anlagen nicht mehr zu Bilanzwerten veräussert werden konnten. Die UBS habe damals zur Absorbierung der Verluste Kapital von über 3 Prozent der Nettobilanz verbraucht.

Aber auch gemäss dem neuen Bankenstandard «Basel III» sind UBS und CS laut SNB unterdurchschnittlich kapitalisiert. Dabei wäre angesichts der grossen Bedeutung der «systemrelevanten Banken» für die Schweizer Volkswirtschaft eine überdurchschnittliche Kapitalausstattung angebracht, wie es hiess.

Die SNB rät der UBS, ihren Weg des Kapitalaufbaus fortzusetzen und dazu auch an der restriktiven Dividendenpolitik festzuhalten. Die CS hingegen solle den Kapitalaufbau beschleunigen, schon in diesem Jahr, fordert die Nationalbank. Dabei solle keine Option ausgeschlossen werden, auch nicht eine Kapitalerhöhung.

Credit Suisse und UBS betonten auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, sie überträfen die heutigen Kapitalanforderungen nach «Basel 2,5» bei weitem.

Banken reagieren auf SNB

Im Hinblick auf die Schweizer «Too-big-to-fail»-Regulierung auf der Basis von «Basel III» habe die CS bereits einen Kapitalpuffer (CoCo-Bonds, die im Krisenfall zu Aktien werden) aufgebaut und damit ihre Eigenkapitalquote per Ende 2012 um 3 Prozent an verlustabsorbierendem Kapital erhöht, hält die CS fest.

Die UBS sieht sich auf ihrem eingeschlagenen Weg der kontinuierlichen Kapitalstärkung bekräftigt. Sie habe bereits einen klaren Plan vorgelegt, um die Kapitalbasis weiter zu stärken und den Spielraum für Dividenden zu erhalten.

SDA/cpm/fib

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