Das bedeutet die Ermahnung der US-Notenbank für die CS

Im Stresstest fand die Fed bei der US-Tochter der Grossbank «Schwächen». Die Folgen halten sich allerdings in Grenzen.

Von allen 18 getesteten Banken hat die US-Tochter der Credit Suisse laut der Fed die solidesten Kapitalpolster. Foto: Brendan McDermid, Keystone

Von allen 18 getesteten Banken hat die US-Tochter der Credit Suisse laut der Fed die solidesten Kapitalpolster. Foto: Brendan McDermid, Keystone

Holger Alich@Holger_Alich

Die erste Eilmeldungen klangen dramatisch: «Schwächen der Credit Suisse beim Stresstest der US-Notenbank Fed hervorgehoben» meldete die Financial Times, das Leitorgan der Finanzgemeinde, noch in der Nacht auf Freitag. Tatsächlich ist die US-Tochter der Schweizer Grossbank das einzige Institut, bei dem US-Aufseher noch Nachfragen haben. Doch der Vorgang ist nicht so dramatisch, wie es den ersten Anschein hat.

Einmal im Jahr überprüft die Fed, wie solide die Bilanzen der Banken sind. Dazu simuliert sie Krisenszenarien, wie eine wirtschaftliche Rezession und einen Börsencrash. Dann rechnen die Aufseher durch, wie stark die zu erwartenden Verluste an der Eigenkapitaldecke der Banken zehren und ob sich hier Lücken auftun.

Ergebnis: Von allen 18 getesteten Banken hat die US-Tochter der Credit Suisse die solidesten Kapitalpolster, schreibt die US-Notenbank in ihrem Bericht. Dennoch genehmigten die US-Aufseher den Kapitalplan nur «unter Auflagen». Denn Die US-Aufseher haben «Schwächen» dabei ausgemacht, mit welchen Modellannahmen die Credit Suisse ihre Verluste berechnet. Dies habe Bedenken in Bezug auf die Kapitalplanung ausgelöst, heisst es weiter. Doch die Vorbehalte könnten laut Fed «in kurzer Zeit» adressiert werden.

Die Aufseher geben Credit Suisse nun bis zum 27. Oktober Zeit, die Mängel an ihren Modellen zu beheben. Die Grossbank kündigte noch in der Nacht auf Freitag an, dies tun zu wollen.

Aktien notierten nur leicht schwächer

Die Folgen der Ermahnung aus den USA halten sich in Grenzen. Auflage ist, dass die US-Tochter bis zum Abstellen der Mängel ihre Auszahlungen an die Schweizer Mutter nicht über das bisher genehmigte Mass erhöhen darf. Das gefährdet indes nicht die geplanten Ausschüttungspläne des Gesamtkonzerns an die Aktionäre, erklärte ein Sprecher der Credit Suisse.

Die Bank will für 1 bis 1,5 Milliarden Franken Aktien zurückkaufen und zusätzlich eine Dividende ausschütten. Analysten haben daher den Ergebnissen des Stresstests nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet. An der Börse notierten die Aktien der Credit Suisse nur leicht schwächer.

Die UBS bestand den Stresstest der Amerikaner ohne Auflagen. Die Deutsche Bank, bei der Experten gewisse Zweifel am Bestehen des Tests geäussert hatten, kam beim zweiten Teil des US-Stresstests diesmal ebenfalls ohne Auflagen durch. Die Überprüfung der US-Tochter des grössten deutschen Geldhauses habe gezeigt, dass das Institut deutliche Fortschritte erzielt habe, hiess es.

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