Das kassiert Doris Leuthard für ihre Jobs

Die Ex-Bundesrätin soll bei Coop und Bell je ein Verwaltungsratsmandat ausüben. Nun sind Zahlen zu ihrer Vergütung aufgetaucht.

Mit 55 Jahren ist das berufliche Leben längst nicht vorbei: Doris Leuthard ist dick im Geschäft. (18. Dezember 2018)

Mit 55 Jahren ist das berufliche Leben längst nicht vorbei: Doris Leuthard ist dick im Geschäft. (18. Dezember 2018)

(Bild: Keystone Lukas Lehmann)

Alt-Bundesrätin Doris Leuthard hat neue berufliche Herausforderungen vor sich. Die 55-jährige Aargauerin ist als zukünftige Verwaltungsrätin von Coop und deren Tochter Bell von den Unternehmen nominiert worden. Die Wahlen Ende März und Mitte April sollen offenbar nur noch eine Formsache sein. Angeblich wäre auch die Migros froh gewesen, wenn sie die ehemalige CVP-Magistratin in ihrem Verwaltungsrat gesehen hätte, schreibt Blick.ch.

Leuthard hat aber Coop den Vorzug gegeben. Und dieses Mandat soll ihr gemäss Recherchen der «Handelszeitung» 100'000 Franken einbringen. Auch der Job bei Bell soll mit dem gleichen Betrag vergütet sein. Gegenüber Blick.ch bestätigt Vergütungsexperte Urs Klingler, dass diese Summen der Wahrheit entsprechen könnten. Denn insgesamt beträgt die Vergütung des zehnköpfigen Verwaltungsrates von Coop 1,3 Millionen Franken – zumindest im Moment. Präsident und Vizepräsidentin dürften dabei etwas mehr verdienen als normale Mitglieder des Verwaltungsrates.

Das Risiko der Rentenkürzung

Ob Leuthard eine Karriere in diversen Verwaltungsräten anstrebt? Die ehemalige Bundesrätin darf sich allerdings nicht mehr allzu viele Mandate leisten. Ansonsten riskiert sie eine Rentenkürzung. Im Moment erhält Leuthard die Hälfte eines Bundesratsgehaltes als Rente; das wäre eine Summe von 226'000 Franken.

«Zusatzverdienste zur Rente sind erlaubt, bis der Gesamtlohn die Höhe des Einkommens eines Bundesrates erreicht. Übersteigen die Einnahmen diesen, wird die Rente um denselben Betrag gekürzt», schreibt Blick.ch dazu.

Interessant ist, wie die Leserschaft von Tamedia die neuen Jobs von Leuthard beurteilt. In der Umfrage bis Dienstagnachmittag (16.45 Uhr) finden 48,5 Prozent der Leserinnen und Leser, dass der Schritt der Aargauerin ein No-go sei, weil Bundesräte nicht in die Wirtschaft sollten. 18,9 Prozent fänden es heikel, weil sich Politik und Detailhandel zu nahe stünden. 32,5 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Personen sind der Ansicht, dass dies gut sei: Coop brauche diese Expertise.

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