Zum Hauptinhalt springen

Das Schuldeingeständnis von BP

Der britische Ölkonzern BP hat in einem internen Bericht zur Ölkatastrophe im Golf von Mexiko erstmals gravierende Fehler eingestanden. Doch die alleinige Verantwortung will er nicht übernehmen.

Am 2. Mai kommt US-Präsident Barack Obama in die Unglücksregion, um sich selber ein Bild zu machen.
Am 2. Mai kommt US-Präsident Barack Obama in die Unglücksregion, um sich selber ein Bild zu machen.
Reuters
Shrimpboat-Kapitäne versuchen verzweifelt, den Schaden für ihre Fanggründe einzudämmen.
Shrimpboat-Kapitäne versuchen verzweifelt, den Schaden für ihre Fanggründe einzudämmen.
Reuters
18. Februar 2011: BP kritisiert den Verwalter des Entschädigungsfonds Kenneth Feinberg. Die künftigen Schadenersatzforderungen seien zu hoch angesetzt.
18. Februar 2011: BP kritisiert den Verwalter des Entschädigungsfonds Kenneth Feinberg. Die künftigen Schadenersatzforderungen seien zu hoch angesetzt.
Keystone
1 / 19

Der BP-Konzern hat menschliche und technische Fehler als Ursache für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko eingeräumt. Es handele sich um eine komplexe Verkettung von Umständen, die «technisches Versagen, menschliche Urteile, die Konstruktion» sowie ein Versagen der Kommunikation beträfen, heisst es im veröffentlichten Bericht des Ölkonzerns. Unter anderem hätten BP-Ingenieure die Ergebnisse eines Drucktests falsch bewertet.

BP spricht aber gleichzeitig vom «Versagen mehrerer Parteien». «Die Tragödie der Macondo-Quelle wurde nicht von einem einzigen Faktor ausgelöst. Vielmehr führte ein reihenweises Versagen mehrerer Parteien zu der Explosion und dem Brand, die elf Menschen töteten und ausgedehnte Verschmutzung im Golf von Mexiko auslösten», heisst es weiter.

Nicht alleinige Schuld

Deshalb müssten auch andere Firmen, die an der Ölförderung auf der explodierten Plattform «Deepwater Horizon» des in der Schweiz domizilierten Betreibers Transocean beteiligt waren, Verantwortung tragen. Entscheidungen von «vielen Firmen und Arbeitsgruppen» hätten zu dem Unfall beigetragen. Die viel kritisierte Öl-Bohrung selbst habe wahrscheinlich nicht zu dem Unfall beigetragen, hiess es in der am Mittwoch in London von BP veröffentlichten Untersuchung.

Die interne Untersuchung wurde von BP-Sicherheitschef Mark Bly vorgenommen. Ihre Ergebnisse gelten als wegweisend für die Verteidigungsstrategie der Firma, die sich einer Flut von Klagen gegenübersieht. Derzeit laufen mehrere Untersuchungen des Unglücks, unter anderem in den USA.

Grösste Ölverschmutzung in der Geschichte der USA

«Wir haben von Anfang an gesagt, dass mehrere Beteiligte Verantwortung für die Explosion auf der Deepwater Horizon tragen», betonte der künftige BP-Chef Bob Dudley am Mittwoch. Für BP hat sich die Ölkatastrophe auch zum wirtschaftlichen Desaster entwickelt.

Die «Deepwater Horizon» war am 20. April explodiert und anschliessend gesunken. Das Unglück hatte elf Menschen in den Tod gerissen. Bis zum Verschluss des Öllecks Mitte Juli waren mehr als 666'000 Tonnen Öl in den Golf von Mexiko geflossen und führte zur grössten Ölverschmutzung in der Geschichte der USA.

afp/sda/jak

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch