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Raiffeisen-Präsident Guy Lachapelle zum drohenden 300-Millionen-Abschreiber

Herr Lachappelle, nach der Durchsicht des Gehrig-Berichts stellt sich die Frage: Wie gross ist der Schaden, der Raiffeisen dadurch entstanden ist?

Durch mangelnde Führung und Kontrolle, organisatorische Versäumnisse und eine personenzentrierte Kultur entstanden finanzielle Nachteile, vor allem aber ein Reputationsschaden für die ganze Raiffeisen-Gruppe.

Raiffeisen droht ein grosser Abschreiber von bis zu 300 Millionen Franken. Wird erbereits im aktuellen Geschäftsjahr stattfinden?

Ja, der Abschreiber findet im Geschäftsjahr 2018 statt und beträgt maximal 300 Millionen Franken.

Worüber sind Sie am meisten enttäuscht: über das Versagen der Kontrolle? Oder sind es die unbegründeten Abgangsentschädigungen für einzelne Kader?

Der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz bedauert das Ausmass der festgestellten Mängel. Der Gehrig-Bericht bestätigt, dass es vor 2015 im Rahmen der Diversifikationsstrategie über mehrere Jahre zu gravierenden Mängeln in der Akquisition und dem Management von Beteiligungen gekommen ist.

Was lief falsch?

Übliche Bewilligungsprozesse und Kontrollmechanismen haben nicht gegriffen, das ist besonders stossend. Es braucht den Neuanfang mit einer ausgeprägten Verantwortungskultur.

Schuld an den früheren Zuständen trägt Pierin Vincenz nicht allein. Die alte Führungsetage hat versagt. Mit welchen konkreten Massnahmen lässt sich die Kultur bei Raiffeisen Schweiz verbessern?

Der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz reagiert mit einem Massnahmenpaket, das im Wesentlichen drei Themenkomplexe umfasst: die Etablierung einer ausgeprägten Verantwortungskultur, die verbesserte Führung und Kontrolle sowie die verbesserte Governance. Damit einher geht eine Erneuerung der Gremien. Das betrifft jetzt insbesondere die Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz.

Das Interview wurde schriftlich geführt.

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