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«Der grösste Börsengang der Welt»

Geht es schwerer als Googles rund 600 Milliarden Dollar Börsenwert? Ja, es geht. Bei den Saudis. Die planen Gigantisches.

Hier tut sich was in Sachen Öl-Privatisierung: Das König-Abdullah-Finanzviertel im saudischen Riad. (Februar, 2016)
Hier tut sich was in Sachen Öl-Privatisierung: Das König-Abdullah-Finanzviertel im saudischen Riad. (Februar, 2016)
Reuters

Als Reaktion auf den enormen Preisverfall beim Öl plant Saudiarabien eine Teilprivatisierung seiner Ölgesellschaft Aramco und die Gründung des grössten Staatsfonds der Welt. Es würden «weniger als fünf Prozent» von Aramco an die Börse gebracht, sagte Vize-Kronprinz Mohammed bin Salman am Montag im Fernsehsender al-Arabiya.

Das so eingenommene Geld solle in einen insgesamt zwei Billionen Dollar schweren Staatsfonds fliessen. Das «Vision 2030» genannte Paket war kurz zuvor vom saudiarabischen Kabinett beschlossen worden (lesen Sie auch: «Weg vom Öl: Saudi 2.0»). Dem Gremium sitzt der Vater von Prinz Mohammed, König Salman, vor. Dieser forderte laut der staatlichen Nachrichtenagentur SPA die Bürger auf, den «ehrgeizigen Plan» zu unterstützen.

Auf 2500 Milliarden Dollar geschätzt

Die geplante Teilprivatisierung von Aramco wird nach Angaben von Prinz Mohammed «der grösste Börsengang der Welt» - selbst wenn nur ein Prozent des Unternehmens an die Börse gebracht würde. «Aramco ist sehr gross», betonte der Prinz. «Es wird auf zwei bis 2,5 Billionen Dollar geschätzt.» Zum Vergleich: Apple und Google-Mutter Alphabet (die bislang teuersten Unternehmen der Welt, gemessen an der Marktkapitalisierung) wiesen in den letzten Monaten Börsenwerte von zwischen 500 und 600 Milliarden Dollar auf (wir berichteten).

Auch der geplante Staatsfonds wäre «der grösste der Welt, und zwar mit Abstand», sagte Prinz Mohammed. Der Fonds soll unter anderem mit Finanzreserven in Höhe von 600 Milliarden Dollar gefüllt werden, ausserdem mit Erlösen aus dem Aramco-Teilverkauf und aus Verkäufen von staatlichem Immobilien- und Industriebesitz.

Weg vom Öl

Zur «Vision 2030» gehören den Angaben zufolge auch Strukturreformen, weitere Privatisierungen und eine Steigerung der Effizienz. Ziel des gesamten Vorhabens ist es, die Abhängigkeit Saudi-Arabiens von den Erdöleinnahmen zu reduzieren.

Mithilfe des Plans «können wir im Jahr 2020 ohne Öl leben», sagte Prinz Mohammed. «Wir haben in Saudiarabien alle eine Sucht nach Öl entwickelt. Das ist gefährlich und hat die Entwicklung in vielen Bereichen in den vergangenen Jahren behindert.»

Rekorddefizit beim Staatshaushalt

Saudiarabien ist der grösste Öl-Exporteur der Welt. Der heftige Preisverfall beim Rohöl - das Minus beträgt rund 60 Prozent seit Sommer 2014 - trifft das Land enorm (lesen Sie auch den Blog: «Neun Charts, die den Saudis den Schlaf rauben»). Das Jahr 2015 schloss das Land mit einem Rekorddefizit im Staatshaushalt ab. Anschliessend verkündete die Regierung bislang ungewöhnliche Preiserhöhungen.

SDA

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