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Der heimliche Strippenzieher bei der UBS

Die Grossbank setzt grosse Hoffnungen in den ehemaligen Präsidenten der Deutschen Bundesbank. Obwohl er sein Amt im Verwaltungsrat der UBS noch nicht angetreten hat, redet er bei Grübels Nachfolge schon eifrig mit.

Gilt als Glücksfall für die UBS: Axel Weber.
Gilt als Glücksfall für die UBS: Axel Weber.
Keystone

Noch ist er nicht im Amt, doch im Hintergrund arbeitet Axel Weber bereits für die UBS. Der deutsche Banker, der nächstes Jahr als Vizepräsident der UBS beginnt, soll als externer Berater in die Kandidatensuche einbezogen werden. Dies sagte UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Und gemäss dem deutschen «Handelsblatt» telefoniert Weber bereits eifrig in dieser Angelegenheit. Allerdings geschieht dies äusserst diskret. Laut den beiden Journalisten der deutschen Zeitung, die Axel Weber am Rande einer Tagung auflauerten, weicht der ehemalige Präsident der Deutschen Bundesbank Fragen nach seinem künftigen Engagement aus. Weber befindet sich zurzeit an einer Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und des internationalen Bankenverbands.

Weber will die Situation entschärfen

Man sehe «einen entspannten Axel Weber in seiner natürlichen Umgebung, zwischen Ökonomen von Weltrang, Finanzpolitikern, Notenbankchefs und Bankmanagern», schreibt das «Handelsblatt». Reportern gehe der Mann, der nächstes Jahr in den Verwaltungsrat der UBS einzieht und bis 2013 Kaspar Villiger als dessen Präsident ablösen soll, jedoch aus dem Weg.

Neben der Tagung war er aber offenbar bereits für die UBS aktiv. «Er telefoniert in Sachen Nachfolgesuche», sagt ein nicht namentlich genannter Insider dem «Handelsblatt». Weber warte, «bis die Sache runtergekühlt sei», bevor er sich öffentlich dazu äussere. Der Informant sei sich sicher, dass noch mindestens zehn Manager aus der mittleren Führungsebene ihren Hut nehmen müssten, schreibt die Zeitung weiter. «In Zürich bebt die Erde, das wird uns noch Monate beschäftigen.»

Überraschendes Comeback

Webers Zurückhaltung mag auf den ersten Blick nicht zum Wesen des 54-jährigen Bankers passen. Im Frühling hatte er mit viel Getöse seine Stelle als Präsident der Deutschen Bundesbank geschmissen und sich aus dem Rennen um die Nachfolge von Jean-Claude Trichet als Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) genommen. Seine fehlende Diplomatie und seine Gradlinigkeit seien ihm zum Verhängnis geworden, hiess es damals. Weber hatte wiederholt die Finanzpolitik einzelner EU-Staaten wie Frankreich und Deutschland kritisiert.

Als Weber das Handtuch warf, prognostizierten ihm Finanzexperten bereits das Karriereende – wenige Monate später wurde ihm der Posten bei der UBS angeboten. Auch die Analysten sahen in ihm den richtigen Mann für die Grossbank. Nach dem Turnaround unter dem Duo Grübel/Villiger sei eine neue Strategie gefragt, Weber könnte für die UBS ein Glücksgriff gewesen sein, hiess es. Dieser Meinung ist man bei der UBS immer noch, dennoch soll Weber das Ruder nicht schon früher übernehmen. Es sei nicht optimal, wenn er und Konzernchef Oswald Grübel gleichzeitig abtreten würden, sagt Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger. Weber solle ihn erst 2013 ablösen. «Wir sehen keinen Anlass, diesen Plan zu ändern.»

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