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Der neue König des Zementimperiums

Nach längerem Hin und Her haben sich Holcim und Lafarge nun auf einen Chef für den fusionierten Konzern geeinigt. Der verhinderte Bruno Lafont nennt Eric Olsen den «Mann, der immer alles möglich macht».

Neuer Zementriese mit Holcim und Lafarge: Eine Holcim-Produktionsanlage in Siggenthal.
Neuer Zementriese mit Holcim und Lafarge: Eine Holcim-Produktionsanlage in Siggenthal.
Reuters

Der neue Chef des künftigen Zementkonzerns LafargeHolcim wird seinen Wohnsitz nach Zürich verlegen. Das sagte Eric Olsen an einer Medienkonferenz am Donnerstag in Zürich. Olsen wurde am Mittwochabend von den zwei Verwaltungsräten zum Chef des neuen Konzerns ernannt.

Holcim-Verwaltungsratspräsident Wolfgang Reitzle nannte den Selektionsprozess schnell und sehr effizient. Beide Verwaltungsräte würden zudem voll hinter dem neuen Chef stehen.

Lafarge-Chef Bruno Lafont, der Olsen vorgeschlagen hatte, strich dessen langjährige Erfahrung in der Zementindustrie und seine Erfolge bei Reorganisationen heraus. Olsen war bei Lafarge zuständig für die Integration des ägyptischen Unternehmens Orascom. «Olsen ist der Mann, der immer alles möglich macht», sagte Lafont.

Der designierte Konzernchef seinerseits bezeichnete seine Ernennung als «grosse Ehre». Er werde alles daran setzen, dass die angestrebte Synergie ausgeschöpft und das Unternehmen auch tatsächlich zu einem weltweit führenden Zementkonzern - zu einem «global champion» - werde. Zuerst gelte es jedoch die zwei Unternehmen zusammenzuführen. «Ich sehe meine Aufgabe vor allem im Integrieren und im Motivieren», sagte er.

Schweigen über Stellenabbau

Auf die Frage, wie viel Personal durch die Fusion an den Hauptsitzen eingespart und darum abgebaut werde, reagierte Olsen einsilbig. Dafür gebe es einen genauen Plan. Trotz den zwei Hauptsitze in Zürich und Paris soll der neue Konzern auch personalmässig schlank und effizient geführt werden. «Wir wollen in jeder Hinsicht best of class – die Besten in dieser Industrie sein», sagte er.

Für Reitzle ist die Ernennung Olsens ein wichtiges Argument, um die noch zahlreichen kritischen Holcim-Aktionäre zu überzeugen. Der aktuelle Lafarge-Manager sei für diesen Posten die perfekte Person, sagte er. In der noch verbleibenden Zeit bis zu den entscheidenden Generalversammlungen gelte es jedoch noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. «Da müssen wir mehr machen», sagte er.

Gegenüber den Aktionären will Reitzle dabei vor allem das Potenzial des neuen fusionierten Unternehmens herausstreichen. So könne LafargeHolcim zum Beispiel die bisher hohen Investitionen massiv zurückfahren, weil mit der Fusion keine neuen Werke und auch keine weitere Übernahmen mehr nötig seien.

«Es gibt kein Land, das für das neue Unternehmen noch interessant ist», sagte Reitzle. «Wir sind überzeugt, dass wir mit diesen Argumenten für die Fusion schliesslich eine Mehrheit finden werden.»

SDA/spu

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