Die BLS plant 2020 ohne Fernverkehr

Die BLS verzichtet vorläufig auf die Rückkehr in den Fernverkehr. Denn die Beschwerde der SBB ist immer noch hängig.

<b>Die neuen Mutz-Züge</b> sind schon bestellt. Doch nun plant die BLS vorerst ohne Fernverkehr. (Auf dem Bild: Ein Mutz-Zug der BLS, der bereits im Einsatz ist.)

Die neuen Mutz-Züge sind schon bestellt. Doch nun plant die BLS vorerst ohne Fernverkehr. (Auf dem Bild: Ein Mutz-Zug der BLS, der bereits im Einsatz ist.)

(Bild: PD/BLS)

Julian Witschi

Eigentlich hätte die BLS im Dezember 2019 die beiden Fernverkehrslinien Bern–Biel und Bern–Burgdorf–Olten übernehmen wollen. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat ihr dafür vor einem Jahr die Konzession zugesprochen.

Die SBB haben dagegen im letzten Sommer Rekurs eingelegt. Das Bundesverwaltungsgericht hat darüber immer noch nicht entschieden. Die BLS teilt nun mit, sie werde die beiden Fernverkehrslinien nicht übernehmen, solange die Beschwerde gegen die Konzessionsverfügung hängig ist.

Denn das Bundesverwaltungsgericht hat der Beschwerde der SBB die aufschiebende Wirkung nicht entzogen, wie die Berner Bahngesellschaft schreibt. Die BLS wird diesen Entscheid nicht anfechten. Sie geht davon aus, dass sie aufgrund der «äusserst kurzen verbleibenden Zeit» auch bei einem positiven Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts den Fernverkehr von Bern nach Biel und Olten somit frühestens ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 fahren kann.

Für den Fahrplanwechsel im Dezember 2019 und das Jahr 2020 plant die BLS nun ohne Fernverkehr. Der Wechsel der beiden Linien von der SBB zur BLS könne erst erfolgen, wenn das Bundesverwaltungsgericht in der Sache definitiv entschieden habe. Für ihre Fernverkehrslinien hat die BLS bei Stadler acht Mutz-Züge bestellt. Die BLS prüft derzeit «verschiedene Szenarien», wie die bestellten Züge so schnell wie möglich für die Fahrgäste eingesetzt werden können.

Das aktuelle Vergabeverfahren zeige, dass neue Gesuchsteller im Fernverkehr derzeit benachteiligt sind, moniert die BLS. Sie begrüsst daher die Absicht des BAV, das Vergabeverfahren zu überprüfen. Für die BLS ist klar, dass mehrere Anbieter im Fernverkehr dazu beitragen, das anhaltend starke Wachstum und den steigenden Kostendruck im öffentlichen Verkehr zu bewältigen. Die SBB dagegen sehen keine Vorteile für die Fahrgäste und warnen vor steigenden Kosten.

Berner Zeitung

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