Zum Hauptinhalt springen

Die neuen Besitzer von Harrods

Die im Auftrag der Regierung von Katar handelnde Investitionsfirma Qatar Holding hat das britische Traditionshaus übernommen.

Neues Geschäft: Katar's Premierminister Scheich Hamad Bin-Jassim Bin-Jabr Al-Thani während der Pressekonferenz im Harrods in London.
Neues Geschäft: Katar's Premierminister Scheich Hamad Bin-Jassim Bin-Jabr Al-Thani während der Pressekonferenz im Harrods in London.
Reuters

Für das Londoner Nobelkaufhaus Harrods geht eine Ära zu Ende: Der ägyptische Milliardär Mohammed Fayed, Vater des zusammen mit Prinzessin Diana tödlich verunglückten Dodi Fayed, verkaufte die Luxus-Adresse an ein Investmentunternehmen des Emirats Katar.

Die im Auftrag der Regierung von Katar handelnde Investitionsfirma Qatar Holding (QH) sei «wegen ihrer Vision und ihrer finanziellen Möglichkeiten» ausgewählt worden, «um das langfristige Wachstum von Harrods zu gewährleisten», sagte Ken Costa von Fayeds Bank Lazard International.

Mit QH als Eigentümer könnten die Mitarbeiter von Harrods auch weiterhin die Traditionen des Hauses wahren. Fayed habe Harrods zu einer einzigartigen und weltweit bekannten Luxusmarke gemacht. Zum Kaufpreis machte er keine Angaben. Medienberichten zufolge liegt er bei 1,5 Milliarden Pfund (rund 1,7 Milliarden Euro). Die Qatar Holding ist mit rund 17 Prozent Anteilen auch Grossaktionär beim deutschen Autokonzern Volkswagen.

Ein Traditionshaus

Die Qatar Holding ist die fünfte Eigentümerin seit der Gründung des Kaufhauses durch den Lebensmittelhändler Charles Henry Harrod im Jahr 1849. Harrods lockt jedes Jahr Millionen Besucher an, sowohl Touristen als auch anspruchsvolle Kunden, die von dem Motto «Omnia Omnibus Ubique» (Alles, für alle, überall) angelockt werden.

Denn Harrods rühmt sich seit jeher, jeden noch so anspruchsvollen, ausgefallenen Wunsch zu erfüllen. Es bleibt die Frage, ob sich Fayeds einst geäusserter Wunsch, dass er in dem Kaufhaus seine letzte Ruhe finden wolle, trotz eines neuen Eigentümers erfüllt.

Noch gehört ihm Fulham und das Ritz

Nach 25 Jahren als Chef von Harrods wolle Fayed mehr Zeit mit seinen Kindern und Enkelkindern verbringen. Der 77-jährige Fayed, dem auch der englische Fussballclub Fulham und das Hotel Ritz in Paris gehören, hatte das Luxus-Kaufhaus zusammen mit seinen Brüdern 1985 für 615 Millionen Pfund (umgerechnet 714 Millionen Euro) gekauft. Der Ägypter steckte weitere 300 Millionen Pfund in das Kaufhaus im vornehmen Londoner Stadtteil Knightsbridge und drückte ihm mit viel Marmor und ägyptischem Design seinen persönlichen Stempel auf.

Im Gedenken an seinen Sohn Dodi und Prinzessin Diana, die 1997 bei einem Verkehrsunfall in Paris verunglückt waren, errichtete er in dem Luxus-Tempel mit 90'000 Quadratmetern Verkaufsfläche zwei Schreine mit zwei Marmor-Statuen, Fotos, Kerzen und einem Weinglas, das noch die Lippenstiftspuren von Diana trägt. Fayed hatte sich zehn Jahre vergeblich um den Nachweis bemüht, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um ein Mordkomplott handelte. Diese These setzte sich jedoch nicht durch.

AFP/jak

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch