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«Die Reputation stand für mich immer an oberster Stelle»

In einer internen Mitteilung an die UBS-Mitarbeiter schreibt Oswald Grübel, sein Rücktritt sei ihm nicht leicht gefallen. Der Verwaltungsrat der Bank hatte vergeblich versucht, ihn zu halten.

Wieder im Gespräch: Oswald Grübel am ehemaligen Hauptsitz der UBS in Zürich. (7. September 2010)
Wieder im Gespräch: Oswald Grübel am ehemaligen Hauptsitz der UBS in Zürich. (7. September 2010)
Keystone
Musste 2011 bei als UBS-Chef zurücktreten: Oswald Grübel, hier an einer Pressekonferenz in Zürich am 9. Februar 2010.
Musste 2011 bei als UBS-Chef zurücktreten: Oswald Grübel, hier an einer Pressekonferenz in Zürich am 9. Februar 2010.
AFP
Vor der UBS war Grübel bei der Credit Suisse tätig. (Undatierte Aufnahme)
Vor der UBS war Grübel bei der Credit Suisse tätig. (Undatierte Aufnahme)
Keystone
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Oswald Grübel hat heute seinen sofortigen Rücktritt bekannt gegeben. Das sei für ihn nicht einfach gewesen, schreibt er in einer internen Mitteilung. Er sei jedoch überzeugt, dass es für die UBS am besten ist, mit einer neuen Spitze in die Zukunft zu gehen, heisst es in dem Memo weiter.

Für ihn sei klar, dass er als Konzernchef die volle Verantwortung trage für das, was in der UBS passiert sei. «Die Reputation der Bank stand für mich vom ersten Tag an immer an oberster Stelle», schreibt Grübel. Deshalb müsse und wolle er nun konsequent sein. Sein Rücktritt ermögliche es, die Aufmerksamkeit von Kunden, Investoren und der Öffentlichkeit hoffentlich schnell wieder auf die Qualitäten und Stärken der Bank zu lenken.

Vom Verlust in Milliardenhöhe durch unautorisierte Geschäfte eines Händlers zeigte sich Grübel «zutiefst schockiert». Er habe die UBS in den Bemühungen, wieder Vertrauen in die Bank aufzubauen, deutlich zurückgeworfen. Grübel forderte die Mitarbeitenden aber auf, nicht an der fundamentalen Stärke der UBS zu zweifeln. Ausserdem dankte er den Mitarbeitenden für ihr Engagement und ihre Unterstützung während seiner Amtszeit: «Es war mir ein Privileg, Ihr CEO zu sein.»

Weber in Suche für Nachfolger eingebunden

Für Grübel wäre ein Rücktritt erst nach der Generalversammlung im nächsten Frühling ein zu wenig starkes Zeichen gewesen, erklärte Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger den Rücktritt des operativen Chefs an einer Telefonkonferenz. Villiger zeigte sich zudem überzeugt, dass Sergio Ermotti und sein Team die UBS erfolgreich durch die turbulenten Zeiten führen könne.

Ermotti sei zudem aussichtsreicher Kandidat für die definitive Nachfolge von Oswald Grübel an der Konzernspitze. Der Verwaltungsrat habe den Auswahlprozess für den neuen Konzernchef bereits in die Wege geleitet. In die Suche eingebunden ist laut Villiger auch Axel Weber, der 2013 das Verwaltungsratspräsidium der UBS übernehmen soll.

Keine Abspaltung der Investmentbank

Zu weiteren Kandidaten für die operative Spitze der UBS äusserte sich Villiger nicht. Dagegen schlug er eine Lanze für das Investmentbanking: Es wäre nicht klug, die Investmentbank abzuspalten, da das Modell der integrierten Bank für die UBS wichtig sei. Die bereits führende Stellung in der globalen Vermögensverwaltung wolle man ausbauen und auch die Investmentbank noch stärker auf dieses Geschäftsfeld ausrichten.

«In Zukunft wird die Investmentbank weniger komplex sein, weniger Risiken eingehen und weniger Kapital beanspruchen, um zuverlässige Erträge zu generieren und einen optimalen Beitrag zu den Gesamtzielen von UBS zu leisten», sagte Villiger.

Keine Abgangsentschädigung

Oswald Grübel wird keine Abgangsentschädigung erhalten. Grübel verlasse die Bank auf eigenen Wunsch und erhalte während sechs Monaten weiterhin sein Salär, sagte Villiger. Innerhalb der UBS wird Grübel keine Aufgaben mehr haben.

Der ehemalige Bundesrat äusserte sich zudem auch noch zu den internen Untersuchungen zum Milliardenverlust in London. Weder diese noch die Kritik des Grossaktionärs aus Singapur, des staatlichen Investmentfonds GIC, seien der Grund für Grübels Rücktritt gewesen.

Keine Frankenspekulation

Resultate der interne Untersuchung zum grossen Handelsverlust werden laut dem interimistischen Konzernchef Ermotti bis spätestens in 14 Tagen vorliegen. Der Verlust habe aber auf alle Fälle nichts mit der Festlegung eines Mindestkurses des Frankens zum Euro durch die Schweizerische Nationalbank zu tun.

Kurz nach Bekanntgabe des Verlusts waren Spekulationen aufgekommen, der fehlbare Händler sei von der SNB-Intervention auf dem falschen Fuss erwischt worden.

SDA/pbe/rub

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