Die SBB bestellen 125'000 Bambus-Socken – aber wozu?

Die Bundesbahnen suchen einen Lieferanten für einen ungewöhnlichen Auftrag.

Wer den SBB Socken liefern will, kann sein Angebot noch bis Ende Oktober einreichen. Foto: Urs Flüeler (Keystone)

Wer den SBB Socken liefern will, kann sein Angebot noch bis Ende Oktober einreichen. Foto: Urs Flüeler (Keystone)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es ist ein ungewöhnlicher Auftrag: Die SBB suchen nach einem Lieferanten von Socken aus Bambus. Das zeigt eine Ausschreibung auf der Plattform des öffentlichen Beschaffungswesens der Schweiz.

Das Unternehmen, das den Zuschlag erhalten wird, kann Unmengen an Socken liefern. Die SBB benötigen nämlich 25'000 Paar Bambussocken pro Jahr. Zum Vergleich: Das Unternehmen beschäftigt 33'000 Personen, gemessen in Vollzeitstellen. Der Sockenauftrag läuft über fünf Jahre. Über den gesamten Zeitraum kann der Lieferant folglich 125'000 Paar Bambussocken verkaufen.

«Sozial nachhaltig» sollen sie sein

Wozu brauchen die SBB so viele Socken? Und weshalb müssen sie aus Bambus sein? Mediensprecher Christian Ginsig sagt, Socken seien Teil des Kleiderangebots, welches den Mitarbeitenden zur Verfügung stehe. Und viele der Mitarbeitenden trügen bei der Arbeit stabile Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen. «Gerade im Sommer ist es sehr wichtig, dass die Füsse der Mitarbeitenden in den Arbeitsschuhen ein angenehmes Mikroklima haben», so Ginsig. Im Gleisfeld könne es zu extremen Temperaturen kommen. Bambus scheint da zu helfen: Die Faser habe eine kühlende Wirkung, sei strapazierfähig und bei den Mitarbeitenden sehr beliebt.

Die SBB wollen aber nicht nur Bambussocken beziehen, sondern auch Trekkingsocken für den Sommer (50'000 pro Jahr) und Wintersocken (15'000 pro Jahr). Insgesamt kauft das Unternehmen folglich 90'000 Socken pro Jahr. Wer den SBB Socken liefern will, kann sein Angebot noch bis Ende Oktober einreichen.

Die Bedingungen sind aber hart: Gefordert sind mindestens drei Referenzen von Sockenlieferungen an Behörden in den letzten drei Jahren. Ein weiteres Kriterium ist die «soziale Nachhaltigkeit». Und schliesslich müssen die Socken auch noch einen Trageversuch bestehen. «Wir wollen die Qualität des Materials im harten Alltagseinsatz vorgängig testen können», so SBB-Sprecher Ginsig. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.08.2018, 10:58 Uhr

Artikel zum Thema

Die SBB sollten nicht tricksen

KOMMENTAR Bundeshausredaktor Andreas Valda über die Ränkespiele der Bundesbahnen. Mehr...

Die SBB drohen Kantonen mit Leistungsabbau

Weniger Jobs in den Regionen, weniger Zusatzzüge: So kämpfen die Bundesbahnen gegen mehr Wettbewerb. Mehr...

Das Geschäft mit den SBB-Tickets auf Rechnung

Wer seine Billette online oder via App kauft, kann neu auch per Rechnung zahlen. Der Haken: Bei Kunden ists beliebt, beim Verkäufer weniger. Mehr...

Service

Von Kino bis Festival

Finden Sie hier die schönsten Events in unserer Region.

Blogs

Geldblog So werden Sie im Alter zum Lebenskünstler

Mamablog Gewalt entsteht aus Überforderung

Die Welt in Bildern

Ungewisse Zukunft: Ein Indischer Fischer wartet in einem Gefängnis in Karachi, Pakistan auf seine Bestrafung. Er wurde gemeinsam mit elf weiteren Männern von der Marine aufgegriffen, als sie versehentlich in pakistanischem Hoheitsgebiet unterwegs waren. Indien und Pakistan nehmen regelmässig Fischer des jeweils anderen Landes fest, da die Territorien im Meer nicht klar abgegrenzt sind. (18. November 2018)
(Bild: SHAHZAIB AKBER) Mehr...