Zum Hauptinhalt springen

Die unheimliche Macht

Die Beurteilung durch Rating-Agenturen kann Staaten in den Ruin treiben. Wie die Noten zustande kommen, ist undurchsichtig. Und doch haben die Agenturen eine Macht, die selbst Barack Obama fürchtet.

Rating-Agenturen bewerten die Fähigkeit eines Staates, Schulden bezahlen zu können: Der New Yorker Sitz von «Standard and Poor».
Rating-Agenturen bewerten die Fähigkeit eines Staates, Schulden bezahlen zu können: Der New Yorker Sitz von «Standard and Poor».
Keystone

Der Präsident der USA, des mächtigsten Landes der Welt, hat ein Problem. Er regiert nicht mehr. Er wird regiert. Auch wenn die Zahlungsunfähigkeit der Vereinigten Staaten wohl in letzter Minute abgewendet wird, so bleibt er ein Getriebener.

Was Barack Obama fürchtet, sind die Ratings, wie er am 25. Juli in einer Rede an die Nation erklärte: «Zum ersten Mal in der Geschichte unseres Landes könnte uns die Topnote AAA abgesprochen werden.» Dadurch würden die Investoren weltweit verunsichert, ob die USA weiterhin eine gute Anlage seien. Die Angst kommt nicht von ungefähr: Die grossen Rating-Agenturen hatten mit einer nachträglichen Herabstufung der USA gedroht, wenn der Staatsbankrott zwar abgewendet, aber Obamas Lösung in ihren Augen «nicht nachhaltig» sei. Nun warten alle auf ihr Urteil.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.