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Drei Tote bei Protesten von Textilarbeitern

Bei Kämpfen zwischen Textilarbeitern und Sicherheitskräften wegen ausstehender Lohnerhöhungen sind in Bangladesh am Sonntag drei Menschen ums Leben gekommen. Hundert weitere wurden verletzt.

Die Wut ist gross: Textilarbeiter protestieren gegen schlechte Arbeitsbedingungen und für mehr Lohn.
Die Wut ist gross: Textilarbeiter protestieren gegen schlechte Arbeitsbedingungen und für mehr Lohn.
Keystone

Tausende Arbeiter stürmten mehrere Fabriken eines Industriegebiets bei Chittagong und richteten schwere Schäden an. Daraufhin hätten Sicherheitskräfte das Feuer auf die Protestierenden eröffnet und Tränengas eingesetzt, sagte der Beamte Reza Al Hasan. Dabei sei ein Arbeiter ums Leben gekommen. Die Nachrichtenagentur United News of Bangladesh meldete, drei Textilarbeiter seien erschossen worden. Die Polizei hat dies nicht bestätigt.

Ein weiterer Polizist erklärte, die Sicherheitskräfte hätten zunächst Schlagstöcke gegen die Steine werfenden Arbeiter eingesetzt, diese aber nicht unter Kontrolle bringen können. Bei den Gewaltausbrüchen seien 25 Polizisten verletzt worden.

19 Euro im Monat

Die Protestierenden arbeiteten laut Behörden bei dem südkoreanischen Unternehmen, das den Betrieb an seinen 13 Textilfabriken am Samstagabend nach ersten Ausschreitungen der Arbeiter eingestellt hatte. Die Beschäftigten forderten demnach die Einführung eines neuen Gehaltsplans, der im Juli von der bangladeschischen Regierung angekündigt worden war.

Dieser sah im November eine weitere Anhebung des Mindestlohns vor. Viele Fabriken haben die Regelung laut Belegschaften bislang aber noch nicht umgesetzt. Die Regierung hatte 2006 erstmals den Monatslohn um 1662 Taka (rund 19 Euro) auf 3000 Taka (rund 34 Euro) erhöht.

Strassenblockaden und Demonstrationen

Unterdessen kam es auch in der Hauptstadt Dhaka zu kleineren Protesten wegen der ausstehenden Lohnerhöhungen. Dort blockierten Arbeiter laut Polizei eine Hauptstrasse und setzten zwei Fahrzeuge in Brand. Arbeitsminister Khandaker Mosharraf Hossain rief die aufgebrachten Demonstranten dazu auf, die Gewalt einzustellen und stattdessen an den Verhandlungstisch zu kommen.

Die Textilindustrie ist der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes. Die Waren werden vor allem nach Europa und in die USA exportiert.

dapd/pbe

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