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Eine aktionärsdemokratische Premiere

An der Generalversammlung von Julius Bär wurde der Vergütungsbericht abgelehnt. Das Ergebnis zeigt: Die Macht von Stimmrechtsvertretern wächst, intransparente Unternehmen werden abgestraft.

64 Prozent Neinstimmen vereinigte der Vergütungsbericht von Julius Bär in einer konsultativen Abstimmung an der heutigen Generalversammlung auf sich. Das ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht für die Bankmanager um CEO Boris Collardi und Verwaltungsratspräsident Daniel Sauter, sondern auch ein Novum für die Schweizer Aktionärsdemokratie. Dass die Aktionäre eines SMI-Unternehmens das Wort gegen die Lohnpläne der Unternehmensführung erheben, gab es in der Schweiz noch nie.

Auch bei kleineren, nicht im SMI-Index vertretenen Firmen kam dies erst einmal vor: An der GV 2012 stimmten 55 Prozent der Aktionäre von Weatherford International Nein zum Vergütungsbericht des kurz zuvor in die Schweiz gezogenen Erdölzulieferbetriebs. Unter den SMI-Titeln hatte bis dahin die Actelion den Rekord an ablehnenden Stimmen erhalten. Nur 55 Prozent der Aktionäre hatten an der Generalversammlung 2012 die Art und Weise gutgeheissen, wie das Pharmaunternehmen sein Management entlöhnt. In Erinnerung blieb auch das Ausrufezeichen, das die UBS-Aktionäre 2012 mit 40 Prozent Nein an der GV setzten.

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