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Etihad Regional wirbt mit falschen Preisen

Flüge für 80 Franken: So lockte Etihad Regional in ihrer Werbung. Bei der Buchung sind die Verbindungen aber mindestens 40 Prozent teurer. Das verstösst wahrscheinlich gegen Schweizer Gesetze.

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Etihad Regional startet vom Flughafen Zürich Kloten. (20. Juni 2014)
Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Etihad Regional startet vom Flughafen Zürich Kloten. (20. Juni 2014)
Steffen Schmidt, Keystone

Die Tessiner Airline Etihad Regional hat auf ihrer Internetsite mit falschen Sonderangeboten geworben. Angebliche Schnäppchen für Flüge ab Zürich für rund 80 Franken waren gar nicht buchbar. Damit hat die Gesellschaft möglicherweise Schweizer Gesetze gebrochen. Zu diesem Schluss kommt Guido Sutter, Rechtsexperte des Seco, gegenüber der «SonntagsZeitung». «Etihad Regional verstösst gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Flüge zu Preisen, die auf der Internetsite angepriesen werden, müssen auch erhältlich sein. Das ist hier nicht der Fall», sagt Sutter.

Die tatsächlich verfügbaren Preise für Flüge etwa nach Florenz, Lyon oder Turin waren rund 40 Prozent höher als angegeben. Auch bei völlig flexiblen Reisedaten kostete der billigste Flug laut der «SonntagsZeitung» 110.40 Franken. Bei den anderen zwei Destinationen seien die Aufschläge ähnlich.

Gebühren nicht zu Flugpreisen gerechnet

Etihad Regional räumt ein, mit zu tiefen Preisen geworben zu haben. Sprecher Massimo Boni begründet das mit einem Systemfehler: «Das Computerprogramm hat die Gebühren nicht zu den Flugpreisen gerechnet. Deshalb wurden zu tiefe Preise angegeben.» Das Gesetz verlangt aber, dass die Preise inklusive Gebühren angegeben werden. Man werde das umgehend korrigieren, versprach Etihad-Regional-Sprecher Boni.

Am Freitag wurden die Preise denn auch angepasst. Die Sache dürfte für Etihad Regional noch nicht erledigt sein. Beim Gesetzesverstoss handelt es sich um ein Offizialdelikt. Die kantonalen Behörden müssten aktiv werden. In diesem Fall ist der Kanton Tessin zuständig. Das Seco will die Airline abmahnen, obwohl sie die Preise hastig korrigiert hat.

Seit Anfang Juni fliegt Etihad von ihrem Hub Abu Dhabi Zürich an. Etihad Regional soll der Langstreckenverbindung zusätzliche Fluggäste zuführen. Die Airline aus den Arabischen Emiraten hat grosse Ambitionen. Nach Beteiligungen an Air Berlin, der serbischen Jat, der irischen Air Lingus und weiteren Gesellschaften hat Ethiad auch eine Beteiligung an der Tessiner Darwin Airline erworben. Sie wurde danach in Etihad Regional umbenannt, und der Schwerpunkt der Aktivitäten wurde nach Zürich verlegt.

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