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Fehlerhafte GM-Zündungen sollen zu 300 Toten geführt haben

General Motors ging bislang davon aus, dass durch defekte Zündschlösser zwölf Menschen ums Leben kamen. Dem widerspricht nun eine einflussreiche US-Konsumentenschutzorganisation.

In 1,6 Millionen Autos wurden defekte Zündschlösser eingebaut: GM-Werk in Ohio. (Archivbild)
In 1,6 Millionen Autos wurden defekte Zündschlösser eingebaut: GM-Werk in Ohio. (Archivbild)
Keystone

Durch fehlerhafte Zündungen bei Fahrzeugen des US-Herstellers GM sind laut US-Konsumentenschützern deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen als bislang angenommen: 303 Todesfälle gehen nach Auffassung des einflussreichen Center for Auto Safety auf den Defekt zurück.

GM spricht bisher von 31 Unfällen mit zwölf Todesfällen. Hinzu kommt, dass der Autobauer erstmals auf die Probleme 2001 hingewiesen worden sein soll, aber erst 13 Jahre später im Februar 1,6 Millionen Fahrzeuge zurückrief. Dem Konzern drohen neben den Kosten für den Rückruf Schadenersatzklagen.

Die Organisation Center for Auto Safety präsentierte die Ergebnisse einer von ihr in Auftrag gegebenen Untersuchung am Donnerstag. GM wies die Zahlen zurück: Der Bericht der Organisation fusse auf «groben Daten». Ohne eine genaue Analyse sei der Versuch, «daraus irgendwelche aussagekräftigen Schlüsse zu ziehen, pure Spekulation».

«Aggressive Untersuchung»

Ob GM es dabei belassen kann, ist fraglich. Konsumentenschützer fordern bereits, dass der Konzern einen Opferentschädigungsfonds im Volumen von 1 Milliarden Dollar einrichtet. Auch eine Klagewelle dürfte drohen.

Verkehrsminister Anthony Foxx sicherte eine «aggressive Untersuchung» zu, ob GM der Regierung zu langsam die Probleme mit den Zündungen bei den Chevrolet-Cobalt-Modellen von 2005 bis 2007 und den Saturn-Ion-Baureihen von 2003 bis 2007 meldete.

Die Fahrzeuge wurden überwiegend in den USA, Kanada und Mexiko verkauft. Die Staatsanwaltschaft von Manhattan nahm Strafermittlungen auf. Im US-Kongress wollen die zuständigen Ausschüsse im Repräsentantenhaus und im Senat Anhörungen ansetzen.

Fehlerhafte Technik

GM hatte wegen der Probleme im vergangenen Monat rund 1,6 Millionen Autos zurückgerufen. Bei ihnen kann der Zündschlüssel während der Fahrt in die Aus-Position zurückspringen und so neben dem Motor auch die Elektronik der Fahrzeuge ausschalten.

Dies führte dazu, dass sich Airbags bei Unfällen nicht öffneten. GM hatte am Donnerstag eingeräumt, früher als bekannt von den fehlerhaften Zündschlössern gewusst zu haben. Der Konzern sei bereits 2001 bei der Entwicklung eines Modells der Marke Saturn auf das Problem aufmerksam geworden.

SDA/chk

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