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Frauen erstreiten sich von Novartis Millionen

Im Gerichtsfall wegen Diskriminierung muss Novartis 250 Millionen Dollar Busse zahlen. Der Pharmakonzern war in allen drei Anklagepunkten für schuldig befunden worden, Frauen diskriminiert zu haben.

Nachdem die Geschworenen in New York Novartis zu Wochenbeginn für schuldig befunden haben, in drei Anklagepunkten Frauen benachteiligt zu haben, hat die Jury die Höhe der Strafgelder auf 250 Millionen Dollar angesetzt.

Mit der Busse soll die US-Tochter des Schweizer Pharmakonzerns dafür bestraft werden, dass Frauen nicht gleich entlöhnt wurden wie Männer, sie bei Beförderungen übergangen und im Falle von Schwangerschaften unfair behandelt wurden.

Die Sammelklage wurde von zwölf ehemaligen Novartis- Mitarbeiterinnen eingereicht. Die Geschworenen sprachen ihnen nach einem fünfwöchigen Prozess Wiedergutmachungszahlungen von insgesamt 3,36 Millionen Dollar zu.

Der Klage können sich 5600 Frauen anschliessen, die zwischen 2002 und 2007 Anstellung bei dem Unternehmen gefunden haben. Welche Summe für diese Abgeltungen bereit gestellt werden muss, wird von Richterin Colleen McMahon in einem separaten Verfahren festgelegt.

Richterin McMahon kann dem Unternehmen zudem befehlen, seine Weisungen und Verfahren zur Verhinderung von Diskriminierung zu verschärfen und weitere Schritte zur Förderung von Frauen im Betrieb einzuleiten.

Das Urteil sei aber nicht nur ein Sieg für die Novartis- Mitarbeiterinnen, sagte einer der Hauptanwälte der Klägerinnen, Steve Wittels gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. «Passt auf, ungerechte Arbeitgeber, dieses Urteil zeigt, wie die Gleichstellung von Frau und Mann über den Rechtsweg erreicht werden kann», sagte der Anwalt.

Novartis enttäuscht

Novartis hingegen will das Urteil nicht hinnehmen. Eine Sprecherin kündigte Berufung an. «Wir sind enttäuscht», wird denn auch Andy Wyss, Pharma-Chef der Region Nordamerika und Präsident von Novartis Pharmaceuticals Corporation in einer Mitteilung vom Mittwochabend zitiert. Seit mehr als zehn Jahren habe Novartis bezüglich Gleichstellung Standards entwickelt und eingeführt. Diese seien auch von diversen externen Organisationen anerkannt und gelobt worden.

Richterin McMahon hat für nächste Woche eine Anhörung einberufen, in der das weitere Vorgehen besprochen wird. Unter anderem wird die Ernennung eines Special Masters erwartet, der die Forderungen der Frauen, die sich der Klasse anschliessen, untersucht.

Klägeranwalt David Sanford sagte, die Klasse fordere insgesamt 37 Millionen an ausstehenden Lohngeldern von Novartis. Wiedergutmachungsgelder sind laut dem Anwalt auf maximal 300'000 Dollar pro Klassenmitglied angesetzt.

SDA/bru

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