Fürstenbank setzt auf Flugtaxis

Die Bank LGT, die dem liechtensteinischen Fürstenhaus gehört, hat den Standort Luzern geschlossen. In Bern will sie aber weiterwachsen.

Prinz Philipp von und zu Liechtenstein besucht mindestens einmal im Jahr die LGT-Filiale in Bern.

Prinz Philipp von und zu Liechtenstein besucht mindestens einmal im Jahr die LGT-Filiale in Bern.

(Bild: Adrian Moser)

Julian Witschi

Sind in wenigen Jahren elektrische Flugtaxis unterwegs? Wenn es nach Prinz Philipp von und zu Liechtenstein (72) geht, dann ja. Wie er donnerstags bei einem Mediengespräch der Bank LGT in Bern sagte, hat das Finanzinstitut des Liechtensteiner Fürstenhauses in das Münchner Unternehmen Lilium investiert. Dieses entwickelt ein Fahrzeug, das angetrieben von 36 schwenkbaren Propellern fünf Personen durch die Lüfte transportieren können soll. 2017 fand der Erstflug eines Prototyps statt. Prinz Philipp möchte gerne selber damit abheben, wie er sagte.

Lilium gehört zu den Anlagen eines Portfolios der LGT-Gruppe, deren Stiftungsratspräsident Prinz Philipp ist. Die Fürstenfamilie lässt ihr milliardenschweres Vermögen von der LGT verwalten, und Kunden können der Anlagestrategie folgen. Lilium war auch ein Thema am jährlichen Kundenanlass in Bern, zu dem rund 500 Personen eingeladen waren.

Das Geschäft läuft gut, bestehende und neue Kunden bringen Geld zur LGT. Für die Bank insgesamt sei 2019 eines der besten Jahre beim Neugeldzufluss gewesen, sagte Prinz Philipp. LGT baute die Präsenz insbesondere in Asien aus, wo die Vermögen weltweit am stärksten wachsen. In Thailand wurde eine Niederlassung eröffnet. In Indien übernahm LGT unter anderem eine Mehrheitsbeteiligung am Vermögensverwalter Validus Wealth und an der Investmentgruppe Aspada.

Respektables Wachstum

In Bern hat die LGT die betreuten Kundenvermögen letztes Jahr ebenfalls deutlich steigern können. Die Zahl der Kunden in der Region Bern-Mittelland nahm um 8 Prozent zu, wie Niederlassungsleiter Beat Buri sagte. Ähnlich hätten sich die Kundenvermögen entwickelt.

Dies ist beachtlich, konkurrenzieren sich doch auf dem Platz Bern gut zwei Dutzend Banken. Die LGT hat hier im vergangenen Jahr zwei neue Kundenberater eingestellt respektive von anderen Finanzinstituten abwerben können. Offenbar haben sie auch einige ihrer Kunden mitbringen können. «Wir wollen in Bern weiterwachsen und Chancen nutzen, um neue Berater und Teams zu gewinnen», sagte Buri.

Ein Rückzieher

Total ist die Zahl der Kundenberater in Bern im letzten Jahr aber aufgrund der Schliessung des zur Region zählenden Standorts Luzern von 12 auf 10 gesunken und die Zahl der Mitarbeitenden von 25 auf 21. Weltweit beschäftigt die LGT rund 3500 Mitarbeitende, davon etwa 550 in der Schweiz. Detaillierte Zahlen und Angaben zum Gewinn publiziert die Gruppe im März. Wie andere Banken leidet auch sie unter den Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank. Für Kunden mit grossen Barbeständen werden deshalb Strafzinsen geprüft.

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