Zum Hauptinhalt springen

GE bietet 12,35 Milliarden Euro für Alstom-Energiesparte

Im Poker um den Energiekonzern Alstom unterbreitet General Electric ein Angebot. Siemens ist aber noch nicht definitiv aus dem Rennen – dennoch ist der deutsche Konzern mit der Entwicklung unzufrieden.

Soll an General Electric gehen: Alstom in Paris. (27. April 2014)
Soll an General Electric gehen: Alstom in Paris. (27. April 2014)
Keystone

Der französische Industriekonzern Alstom hat vom US-amerikanischen Konkurrenten General Electric (GE) für seine Energietechniksparte ein Übernahmeangebot über 12,35 Milliarden Euro erhalten. Das Angebot werde nun bis Ende Mai von unabhängigen Mitgliedern des Verwaltungsrates geprüft, teilte das Unternehmen mit.

Alstom-Chef Patrick Kron erklärte, durch die Transaktion könne ein noch wettbewerbsfähigeres Unternehmen entstehen. Der verbleibende Teil des Konzerns würde sich dann auf das Transportgeschäft konzentrieren. Alstom ist vor allem für den Bau des Hochgeschwindigkeitszugs TGV bekannt.

Siemens soll Angebot abgeben

Der Siemens-Konzern soll allerdings dennoch die Gelegenheit bekommen, ebenfalls ein konkretes Angebot abzugeben. Die Deutschen hatten im Übernahmepoker um Alstom erst am Dienstag ein eigenes Angebot angekündigt.

Dieses wurde allerdings an die Bedingung geknüpft, vier Wochen lang Zugang zu Daten des französischen Unternehmens zu bekommen. Zudem müssten auch Interviews mit dem Management geführt werden können, hiess es.

Gerüchten zufolge bevorzugt Alstom aber GE. Die französische Zeitung «Le Figaro» hatte am Dienstagabend auf ihrer Internetseiten auf Insiderinformationen gestützt berichtet, der Verwaltungsrat habe einstimmig für das GE-Angebot gestimmt.

Siemens ist enttäuscht

Siemens hat sich derweil unzufrieden über den Umgang des französischen Konkurrenten Alstom mit seinem Übernahmeangebot geäussert. «Leider haben wir keine Antwort auf unseren Brief vom 26. April erhalten», heisst es in einem Schreiben von Siemens an Alstom, das der Nachrichtenagentur AFP vorlag.

«Wir sind besonders enttäuscht von der mangelnden Kooperation des Vorstandschefs», heisst es darin. Patrick Kron sei an einem «direkten Dialog» über das mögliche Geschäft nicht interessiert gewesen.

Regierung gegen GE-Deal

Die Führungsspitzen von GE und Siemens waren am Montag bei Frankreichs Präsident François Hollande vorstellig geworden, um ihre jeweiligen Konzepte für eine Alstom-Teilübernahme darzulegen. Die französische Regierung hatte keinen Hehl aus ihrer Abneigung des General-Electric-Angebots gemacht und sich für einen Deal mit Siemens eingesetzt. Alstom-Chef Patrick Kron aber war für ein Geschäft mit General Electric, das er offenbar bereits seit geraumer Zeit vorbereitete.

Die französische Regierung versuchte eine schnelle Entscheidung von Alstom für General Electric zu verhindern, um so die Chancen für Siemens zu erhöhen. Die Regierung zeigte sich zudem verärgert darüber, dass Alstom hinter ihrem Rücken den Verkauf der Energiesparte an GE schon beinahe abgeschlossen hatte.

Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg warf Alstom-Chef Kron am Dienstag vor, ihn in der Angelegenheit belogen zu haben. Kron habe ihm wiederholt versichert, dass es «kein Projekt einer Allianz» gebe. «Muss der Wirtschaftsminister jetzt einen Lügendetektor in seinem Büro anschliessen?» fragte Montebourg vor den Abgeordneten der französischen Nationalversammlung.

6500 Angestellte in der Schweiz

Alstom beschäftigt in der Schweiz über 6500 Personen. Die Schweiz ist für den französischen Konzern Alstom als Hauptsitz des Sektors Thermische Energie ein wichtiger Standort.

Der Geschäftsteil generiert nach Konzernangaben über 45 Prozent des Gesamtumsatzes. Hauptstandorte sind Baden, Birr, Oberentfelden und Neuhausen am Rheinfall. Unter anderem betreibt Alstom ein Forschungs- und Kompetenzzentrum in der Schweiz.

sda/AFP/ajk/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch