Gewinnexplosion bei Swissquote dank Bitcoin & Co.

Bitcoin, Ether und Ripple: Das Interesse am Kryptohandel ist bei Swissquote enorm.

Bitcoin im Rampenlicht.

Bitcoin im Rampenlicht. Bild: Sascha Steinbach./Keystone

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Sie heissen Bitcoin, Bitcoin Cash, Ether, Litecoin oder Ripple: Die Onlinebank Swissquote hat im Juli letzten Jahres als erste europäische Bank den Handel mit Kryptowährungen lanciert. Inzwischen können Kunden mit fünf Digitalwährungen traden.

Wurden Bitcoin & Co. lange belächelt, hat sich das Geschäft mit dem digitalen Geld für Swissquote nun ausgezahlt: Die Onlinebank macht mehr Gewinn als erwartet. Das schreibt die Bank dem verbesserten Resultat beim traditionellen Geschäft zu, aber auch dem Handel mit Kryptowährungen. Der Gesamtertrag für das Geschäftsjahr werde mit etwa 186 Millionen Franken rund 8 Millionen Franken über den Erwartungen liegen, teilt Swissquote mit. Der Vorsteuergewinn betrage rund 45 Millionen Franken.

Ob sich Bitcoin oder eine andere Kryptowährung durchsetzen wird, dürfte stark davon abhängig sein, wie die Regulierung «gegenüber diesen Kryptowährungen reagieren wird», wie SNB-Präsident Thomas Jordan im Video-Interview mit AWP betont. Video: Tamedia/SDA

«Mehrere Tausend Kontoeröffnungen pro Woche»

Damit überbieten die erwarteten Zahlen die bereits hohen Erwartungen. Eigentlich hatte die Bank mit einer Verdopplung der Geschäftszahlen gerechnet. Swissquote hatte im August für das erste Halbjahr einen Gesamtertrag von 90,5 Millionen Franken verzeichnet, eine Zunahme um 16,5 Prozent.

Die Nachfrage nach Kontoeröffnungen für Bitcoin und Co. ist derart gross, dass Swissquote die Anträge teils nur mit Verzögerungen bewältigen kann. «Zurzeit gehen mehrere Tausend Kontoeröffnungsanträge pro Woche ein, welche Swissquote als Bank mit Lizenz bankenstandardmässig prüfen muss», schreibt die Bank in einer Mitteilung. Dies erfordere Zeit und es komme dadurch bei den Kontoeröffnungen teils zu Verzögerungen.

Algorithmus soll Kursentwicklung vorhersagen

Um die Kursschwankungen der Kryptowährung und die damit verbundenen Risiken für Anleger einzudämmen, hat die Onlinebank eigens einen Algorithmus entwickelt. Dieser soll die Kursentwicklung des Bitcoins vorhersagen, einerseits mithilfe der Charttechnik und andererseits durch die Auswertung von Kommentaren in den sozialen Medien.

Geht die Prognose von steigenden Bitcoin-Preisen aus, wird die Anlagesumme des Zertifikats bis zu 100 Prozent in der Kryptowährung gehalten. Im gegenteiligen Fall werden bis zu 40 Prozent der Anlagesumme in US-Dollar gewechselt, um das Verlustrisiko zu begrenzen.

Vom Ruf profitieren

Vom Hype um Bitcoin & Co. wollen immer mehr Firmen profitieren. Besonders in den USA nehmen immer mehr kleinere Firmen, die vormals Säfte, Sport-BHs oder sogar Sofas produzierten, Bitcoin, Blockchain oder ähnliche Begriffe in den Namen auf.

Die US-Eisteefirma Long Island Iced Tea beispielsweise nennt sich neu Long Blockchain Corporation. Ihre Aktie schoss nach der Umbenennung kurzzeitig um 500 Prozent in die Höhe. Bei den anderen umbenannten Firmen sah es ähnlich aus. Der US-Börsenaufsichtsbehörde ist das suspekt: Sie hat mittlerweile eine Cyber-Unit eingerichtet, um gegen potenzielle Missbräuche im Bereich der Kryptowährungen vorzugehen. (cfr/sda)

Erstellt: 12.01.2018, 09:35 Uhr

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