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GM hat 2300 Stellen abgebaut – weitere folgen

Das europäische Geschäft hat dem Autohersteller General Motors im letzten Quartal 500 Millionen Dollar Verlust gebracht. Bis Ende Jahr will der Konzern nun in Europa nochmals 300 Stellen abbauen.

mw
Produziert künftig nur noch in zwei statt drei Schichten: Das Opel-Werk in Eisenach. (Archivbild Keystone)
Produziert künftig nur noch in zwei statt drei Schichten: Das Opel-Werk in Eisenach. (Archivbild Keystone)

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) macht mit seinem Europageschäft weiter deutliche Verluste. Mit den europäischen Marken Opel und Vauxhall habe das Unternehmen vor Zinsen und Steuern im dritten Quartal ein Minus von einer halben Milliarde Dollar gemacht, teilt GM mit. In Europa setzt der Konzern daher nun ganz auf sein Umbauprogramm – Stellenstreichungen inklusive. Das Minus im Europageschäft des US-Konzerns wird immer grösser. Im dritten Quartal 2011 hatten die europäischen GM-Töchter bereits 300 Millionen Dollar Verlust gemacht, im zweiten Quartal 2012 waren es 400 Millionen Dollar, im dritten Quartal 2012 wurden es weitere 100 Millionen Dollar mehr. Bis Ende Dezember könnte sich der Verlust vor Zinsen und Steuern allein für dieses Jahr auf eine Summe zwischen 1,5 Milliarden und 1,8 Milliarden Dollar vergrössern, prognostizierte GM.

Wie hoch das Minus ausfallen werde, hänge auch davon ab, wie der Konzernumbau in Europa vorankomme, liess der Mutterkonzern wissen. Bis Jahresende sollen beispielsweise 2600 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben. «Zum Stichtag 31. Oktober sind schon 2300 gegangen», sagte ein Opel-Sprecher. Die Mitarbeiter seien über Altersteilzeit, Vorruhestand oder Abfindungen aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Produktoffensive geplant

Durch die Zusammenarbeit mit dem französischen PSA-Konzern will Opel weitere Kosten sparen, auch sollen Lagerbestände abgebaut, das Image der Marke aufpoliert und neue Modelle auf den Markt gebracht werden. «Wir planen eine Milliarden-Euro-Produktoffensive mit 23 neuen Modellen und 13 neuen Motoren bis 2016», erklärte GM-Europachef Steve Girsky.

Mithilfe des Umbaus solle 2013 das Ergebnis in Europa schon «leicht besser» ausfallen als 2012, teilte GM mit. «Zur Mitte der Dekade» solle die Zeit der roten Zahlen vorbei sein. GM habe in Europa «noch viel Arbeit» vor sich, erklärte Finanzvorstand Dan Ammann.

Derzeit verhandeln Arbeitgeber und Gewerkschaft in Deutschland über ein Zukunftskonzept für Opel. Die schlechtesten Aussichten hat das Werk in Bochum. Dort sollen nach Auslaufen des aktuellen Zafira-Familienmodells die Bänder stillstehen. Konzern und nordrhein-westfälische Landesregierung kündigten am Dienstag eine Arbeitsgruppe an, die sich mit der Zukunft des Standorts befassen soll.

Das Gremium solle nicht für eine Zeit nach Opel planen, forderte der dortige Betriebsratschef Rainer Einenkel am Mittwoch. «Die Arbeitsgruppe soll entwickeln und nicht abwickeln», forderte er. Ziel solle es sein, Produktions- und Forschungsmöglichkeiten zu finden und Ansiedlungspolitik zu betreiben, «bei gleichzeitiger Unterstützung der bisherigen Produktion», verlangte Einenkel.

Während mit den Verlusten, die Sorgen in Europa steigen, machte GM in seinen übrigen Unternehmensbereichen einen Milliardengewinn - wenngleich auch dieser schrumpfte. Unterm Strich erwirtschaftete der US-Konzern im dritten Quartal ein Plus von 1,5 Milliarden Dollar, zwölf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Erträge gingen um 2,5 Prozent, auf 37,6 Milliarden Dollar nach oben.

Für den Rest des Jahres rechnet der Konzern mit «ähnlichen oder leicht besseren» Zahlen als ein Jahr zuvor. Darauf hoffte auch die Börse. In New York legte der Kurs der GM-Aktie um vier Prozent zu. Eine Aktie des Autobauers kostete damit zwischenzeitlich 24,20 Dollar.

(AFP)

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