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Google-Präsident zur Steuervermeidung: «Ich bin stolz darauf»

Der Internetkonzern Google hat 2011 geschätzte zwei Milliarden Dollar Steuern gespart – durch Transfers via Bermudas. Alles legal, sagt Präsident Eric Schmidt nun. «Das nennt man Kapitalismus.»

Trifft zu einem Gespräch mit Frankreichs Präsident François Hollande ein: Google-Verwaltungsratspräsident Eric Schmidt in Paris. (29. Oktober 2012)
Trifft zu einem Gespräch mit Frankreichs Präsident François Hollande ein: Google-Verwaltungsratspräsident Eric Schmidt in Paris. (29. Oktober 2012)
Keystone
Schmidt war bis letztes Jahr CEO von Google: Hier dieses Jahr an einer Google-Konferenz in San Francisco. (27. Juni 2012)
Schmidt war bis letztes Jahr CEO von Google: Hier dieses Jahr an einer Google-Konferenz in San Francisco. (27. Juni 2012)
Keystone
Wechsel an der Spitze von Google: 2011 übernahm Google-Co-Gründer Larry Page den Posten des CEO von Eric Schmidt.
Wechsel an der Spitze von Google: 2011 übernahm Google-Co-Gründer Larry Page den Posten des CEO von Eric Schmidt.
Keystone
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Unter dem Eindruck leerer Staatskassen versuchen die Regierungen von Grossbritannien, Frankreich und Österreich unter anderem bei Google mehr Steuern einzutreiben. Wie das Finanzportal Bloomberg berichtet, hat der Internetkonzern 2011 Erträge in der Höhe von 9,8 Milliarden Dollar durch eine Briefkastenfirma auf den Bermudas geschleust. Damit spare Google geschätzte 2 Milliarden Dollar Steuern.

Anders als die Kaffeekette Starbucks, die in Grossbritannien freiwillig mehr Steuern bezahlen will, verteidigt Google nun die umstrittenen Steuerpraktiken. «Wir zahlen Steuern so, wie es das Gesetz vorschreibt», sagte Google-Verwaltungsratspräsident Eric Schmidt gegenüber Bloomberg.

Steuerersparnisse «nicht ablehnen»

Schmidt zeigt sich unbeeindruckt von aller Kritik: «Ich bin sehr stolz auf die Struktur, die wir aufgebaut haben.» Seine Firma werde grosse Steuerersparnisse «nicht ablehnen», sagt Schmidt und fügt an: «Man nennt dies Kapitalismus. Wir sind stolz, kapitalistisch zu sein.»

Dem Konzern wurde in der Tat bis heute nie Steuerhinterziehung nachgewiesen. Trotzdem gelingt es Google, weit weniger als die offiziellen Steuersätze zu bezahlen. Zwei Beispiele:

  • Britische Unternehmen müssen 28 Prozent ihrer Gewinne als Steuern abliefern. Der britische Ableger von Google bezahlte laut dem Technikportal ZDNet letztes Jahr 6 Millionen Pfund Steuern – bei einem Gewinn von 359 Millionen Pfund. Dies entspricht einem Steuersatz von aufgerundet 1,7 Prozent.
  • Bereits 2010 wurde bekannt, dass Google während dreier Jahre 3,1 Milliarden Dollar eingespart hatte. Dem in den USA beheimateten Konzern gelang es laut Bloomberg, den Steuersatz auf Gewinne aus dem Ausland auf 2,4 Prozent zu drücken – bei einem offiziellen US-Steuersatz von 39 Prozent.

Wie Schmidt aber darauf hinweist, sind es die staatlichen Regeln, die Schlupflöcher aufweisen: «Wir haben unsere Struktur gemäss den Anreizen aufgebaut, welche uns die Staaten anboten.»

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