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Groupon mit überraschend gutem Börsengang

Nach einer Serie von Pannen ist der Börsengang des Schnäppchen-Portals doch noch geglückt. Dank einer hohen Anleger-Nachfrage konnte Groupon den Aktienpreis höher als erwartet ansetzen.

Hat noch nie Gewinne erzielt: Mitarbeiter in der Lobby des Groupon-Sitzes in Chicago.
Hat noch nie Gewinne erzielt: Mitarbeiter in der Lobby des Groupon-Sitzes in Chicago.
Keystone

Der Börsengang des Schnäppchen-Portals Groupon ist nach vielen Pannen und Zweifeln doch besser gelaufen als gedacht. Dank hoher Anleger-Nachfrage setzte Groupon den Aktienpreis bei 20 Dollar an und erlöst rund 700 Millionen Dollar.

Der Börsenwert der Firma, die in ihrer kurzen Geschichte noch nie Gewinn erzielt hat, wird zum Start des Handels an der Nasdaq mit 12,6 Milliarden Dollar angesetzt, wie aus Mitteilungen bei der Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Groupon hatte zuvor beim Aktienpreis mit einer Spanne zwischen 16 und 18 Dollar kalkuliert, was einer Bewertung von bis zu 11,4 Milliarden Dollar entsprochen hätte.

Verzögerter Börsengang

Der Rabattcoupon-Dienst galt noch vor einem halben Jahr als zukünftiger Börsenstar mit einer Bewertung von 20 oder sogar 30 Milliarden Dollar.

Doch die Abkühlung der Märkte, Fehler des Unternehmens und Zweifel am Geschäftsmodell sorgten dafür, dass sich der Börsengang immer weiter verzögerte und jetzt deutlich kleiner als ursprünglich erwartet ausfällt. Groupon platziert am Markt nur 35 Millionen Aktien oder etwa fünf Prozent der Titel, was dem Preis am Ende half.

Harte Konditionen

Bei Groupon können Unternehmen Rabatt-Coupons für ihr Geschäft anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Die beteiligten Unternehmen müssen nicht nur einen erheblichen Rabatt bieten, Groupon behält zudem eine Kommission, typischerweise rund die Hälfte des Gutschein-Werts. Das Unternehmen hat nach jüngsten Angaben insgesamt rund 142,9 Millionen registrierte Kunden - von denen mindestens 29,5 Millionen schon mindestens einmal bei einer Groupon-Rabattaktion mitgemacht haben.

Als Groupon bei der Vorbereitung seines Börsengangs erstmals die Geschäftszahlen offenlegte, waren viele Investoren über die konstant hohen Verluste schockiert, die mit steigenden Umsätzen auch noch immer grösser wurden. Groupon unterhält ein Heer von Aussenmitarbeitern, die Firmen für Rabattaktionen gewinnen. Und das verschlang bisher viel Geld.

Aktuelle Zahlen zeigten, dass Groupon die Verluste massiv eingedampft hat - aber das Geschäft auch deutlich langsamer wächst als zuvor. So rückte der Umsatz im dritten Vierteljahr im Vergleich zum Vorquartal nur noch um knapp zehn Prozent auf 430 Millionen Dollar vor. Früher hatten sich die Erlöse oft von Quartal zu Quartal verdoppelt.

Nachdem Groupon bei den oft kritisierten hohen Ausgaben für die Kundengewinnung die Bremse anzogen hatte, fielen im abgelaufenen Quartal noch rote Zahlen von 10,6 Millionen Dollar an - nach einem Minus von 101,2 Millionen Dollar in den drei Monaten zuvor.

Viele Pannen

Die Vorbereitung des Börsengangs wurde von vielen Pannen begleitet. Zuletzt musste Groupon wegen Bedenken der Börsenkontrolleure die Umsatz-Angaben praktisch halbieren - jetzt kommt nur noch die Kommission in die Bücher, und nicht der gesamte Coupon-Wert.

Schon zuvor tilgte Groupon auf Druck der Börsenaufsicht SEC eine Kennziffer, bei der das Ergebnis ohne die hohen Marketing-Kosten berechnet wurde und dadurch deutlich freundlicher aussah. Hinzu kam weiterer Ärger mit der SEC, weil unter anderem Gründer Andrew Mason das Groupon-Geschäftsmodell in der sogenannten «stillen Periode» vor dem Börsengang verteidigte.

SDA/kpn

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