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Klimawandel macht den SBB Probleme

Die Rekordtemperaturen bringen die Bundesbahnen an ihre Grenzen: Die Infrastruktur leidet unter der Hitze. Für eine Lösung schauen die Verantwortlichen nach Italien.

Hitzesommer: 2003 kühlte man die Gleise teilweise, um die durch Hitze ausgedehnten Schienen wieder in die Normalspur zu bringen.
Hitzesommer: 2003 kühlte man die Gleise teilweise, um die durch Hitze ausgedehnten Schienen wieder in die Normalspur zu bringen.
Urs Flüeler, Keystone

Die Rekordtemperaturen in der Schweiz haben auch bei den SBB zu Problemen geführt. Nach Klimaexperten dürften sich extreme Wettersituationen noch häufen. «Wir beobachten die längerfristigen Folgen der Klimaerwärmung sehr genau», sagt Jeannine Pilloud, Chefin Personenverkehr der SBB, im Interview mit der «SonntagsZeitung».

Nachdem die Züge wegen der heissen Temperaturen vor zwei Jahren mit neuen Klimaanlagen und hitzebeständigeren Motoren ausgerüstet wurden, habe es heuer kaum Ausfälle gegeben. Zu Streckenunterbrüchen kam es aufgrund der Temperaturen dennoch – die enorme Hitze hat auch Auswirkungen auf Gleise, Weichen und Fahrleitungen.

Diese könne man dadurch schützen, «dass Züge bei Hitze an exponierten Stellen wenn möglich nicht mehr anhalten. Oder wir sorgen mit Bauten dafür, dass die Sonneneinstrahlung nicht zu stark wird», so Pilloud. Die SBB müssten Massnahmen einführen, «die es in Italien oder in anderen heissen Ländern schon seit langem gibt.»

«Wir haben kein Tarifchaos»

Im Interview verteidigt Pilloud auch die Einführung des Swiss Pass, der kreditkartengrossen neuen Abokarte. Das Generalabo und das Halbtax kämen als erstes auf die Karte, in zwei bis drei Jahren würden «sämtliche Abonnemente und Billette des öffentlichen Verkehrs» auf der Karte gespeichert sein, verspricht sie. Mit einer Version für Smartphones rechnet sie ab 2016 oder 2017.

Längerfristig sollen dann alle der rund 20 Schweizer Verkehrsverbünde eingebunden werden. Gegen den Vorwurf, dem unter den Verbünden herrschenden Tarifwirrwarr setze auch der Swiss Pass kein Ende, wehrt sich Pilloud: «Wir haben kein Tarifchaos, sondern nach wie vor ein teilweise zu kompliziertes System», sagt sie. «Wenn unser neues zentrales Tarifsystem 2016 fertig programmiert und einsatzbereit ist, wird es sehr rasch deutliche Verbesserungen bringen.»

Passagiere nutzen Schalter an zentralen Bahnhöfen

Derweil entwickeln sich die Passagierzahlen nach Pilloud im selben Rahmen wie im Vorjahr. «Im Regionalverkehr liegt das Wachstum zwischen 2 und 3 Prozent, im Fernverkehr betrug es seit Anfang Jahr 1,2 Prozent», sagt sie.

Um Kosten zu sparen, will Pilloud «ab den 2020er-Jahren tendenziell Verkaufsstellen an peripheren Lagen schliessen, dafür aber das Angebot an zentralen Lagen je nach Bedarf ausbauen.» Die SBB stellten fest, dass die Passagiere schon heute hauptsächlich die Schalter der zentralen Bahnhöfe nutzten, weil sie dort auch umstiegen.

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