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Libor-Skandal: USA sollen mit Ex-UBS-Bankern einen Deal abgeschlossen haben

Die US-Staatsanwaltschaft hat in der Libor-Affäre einem Medienbericht zufolge einen Vergleich mit Ex-Angestellten der UBS geschlossen: Kooperieren die Banker, sollen sie straffrei bleiben.

Die UBS soll laut US-Behörden eine Schlüsselrolle im Libor-Skandal gespielt haben: Der Sitz der Grossbank an der Park Avenue in New York. (Archivbild)
Die UBS soll laut US-Behörden eine Schlüsselrolle im Libor-Skandal gespielt haben: Der Sitz der Grossbank an der Park Avenue in New York. (Archivbild)
Reuters

Für die UBS deutet sich weiteres Ungemach an. Die US-Staatsanwaltschaft ermittelt offenbar in der Frage, ob die Bank in den Libor-Skandal verwickelt ist. Zu diesem Zweck hat sie mit einigen Ex-Bankern der UBS angeblich einen brisanten Deal abgeschlossen: Kooperieren sie bei den Ermittlungen zu Manipulationen des Interbankenzinses, sollen sie vor Strafverfolgung verschont bleiben.

Allerdings hätten die betreffenden ehemaligen Mitarbeiter der Schweizer Grossbank allerdings relativ tiefe Posten in der Bankhierarchie besetzt, schrieb das «Wall Street Journal» (WSJ) in ihrer europäischen Ausgabe von heute.

20 Händler entlassen

Von den Bankmitarbeitenden, die an der mutmasslichen Manipulation des Libor beteiligt gewesen sein sollten, würden derzeit nur wenige für die UBS arbeiten, zitiert das WSJ eine «den Ermittlungen nahestehende Quelle». Im Rahmen ihrer eigenen Abklärungen zur Libor-Affäre habe die UBS rund 20 Händler und Führungskräfte entlassen, hiess es weiter.

Das Vorgehen der US-amerikanischen Strafermittler wird im Wirtschaftsblatt als Zeichen dafür gewertet, dass das Justizdepartement versucht, rangtiefere Angestellten gegen die Drahtzieher der angeblichen Manipulation aufzuwiegeln. Das US- Justizministerium äusserte sich nicht dazu.

Beteiligt oder nicht?

Ende Juli hatte die UBS selbst mitgeteilt, sie sei bei ihrer internen Untersuchung auf keine Elemente gestossen, die eine Verwicklung der Bank in den Zinsskandal beweisen würden. Gleichzeitig hatte die UBS nochmals betont, sie werde in dieser Angelegenheit weiterhin mit den Behörden kooperieren.

Gemäss einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Dokument wird die UBS von den Ermittlungsbehörden jedoch verdächtigt, neben den britischen Banken Barclays und Royal Bank of Scotland eine zentrale Rolle bei den zwischen 2005 und 2009 angefallenen Libor- und Euribor-Manipulationen gespielt zu haben.

Barclays hat Ende Juni einem Vergleich zugestimmt, um ein Ende der Ermittlungen gegen die Bank durch die amerikanischen und britischen Behörden zu erwirken. Dafür hat Barclays 290 Millionen britische Pfund (umgerechnet rund 445 Millionen Franken) bezahlt. Unter Berufung auf Analysten der US-Bank Morgan Stanley schreibt WSJ, der UBS könnte eine Strafe von rund 250 Millionen Franken bevorstehen.

Die UBS kommentierte den Bericht des WSJ am Donnerstag auf Anfrage nicht.

SDA/ses

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