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Liechtenstein: Banken wollen Steuerflüchtlinge künftig abweisen

In der Steueroase Liechtenstein wird bald ein neuer Verhaltenskodex für Banken in Kraft treten. Dieser sieht Sanktionen für Banken vor, die weiterhin Geld von Steuerbetrügern annehmen.

Unter Druck: Banken in Liechtenstein.
Unter Druck: Banken in Liechtenstein.
Keystone

Im Ländle rumort es: Seitdem die deutsche Justiz viele Steuersünder mit Schwarzgeld in Liechtenstein enttarnte, ziehen andere Steuerflüchtlinge ihr Geld von Liechtensteinischen Banken ab. Seit Anfang Jahr bis Mitte September ging die Zahl von Privatstiftungen – das offizielle Gewand für grosse Teile der Fluchtgelder – um zwei Prozent zurück.

Am Montag gab nun die LGT Group des Fürsten bekannt, das Geschäft «neu auszurichten». So will sich die Bank unter anderem an den «zukünftigen Standards des Finanzplatzes Liechtenstein im Steuerbereich» orientieren. Diese werden zurzeit ausgearbeitet: Der Liechtensteinische Bankenverband brütet über einem neuen Verhaltenskodex für die Bankenbranche. Darin wollen die Banken angeblich der systematischen Beihilfe zu Steuerhinterziehung und Steuerbetrug abschwören, schreibt die «Süddeutsche Zeitung». So soll nur noch Geld angenommen werden, das die Anleger bei den Steuerämtern an ihrem Wohnort deklariert haben.

«Bindende Sanktionen»

«Im neuen Code of Conduct sollen unter anderem bindende und sanktionierbare Verhaltenspflichten verankert werden», sagt Christoph Weder vom Bankenverband auf Anfrage von Redaktion Tamedia. Die «Süddeutsche Zeitung» schreibt, es handle sich um hohe Konventionalstrafen sowie um mögliche Ausschlüsse aus dem Bankenverband. Laut Weder soll der neue Verhaltenskodex im ersten Quartal 2009 in Kraft treten. «Ziel ist es, das Ansehen des liechtensteinischen Banken- und Finanzplatzes im In- und Ausland zu wahren und zu fördern.»

Das hat Liechtenstein dringend nötig: Seitdem die Staatsanwaltschaft das Haus des damaligen deutschen Post-Chefs Klaus Zumwinkel Mitte Februar wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung durchsuchte, sind die Banken unter Druck. In Deutschland sind zurzeit etwa 1800 Fälle von Verdacht auf Steuerhinterziehung nach Liechtenstein hängig. Der deutsche Staat kam Zumwinkel und anderen mutmasslichen Steuerhinterziehern auf die Schliche, nachdem der deutsche Geheimdienst gestohlene Bankdaten der LGT gekauft hatte.

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