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Machtkampf bei der Post

Die Führungsspitze wirft ihrem neuen Präsidenten Béglé vor, er wolle auch Konzernchef werden. Der widerspricht und kritisiert seinen Vorgänger: Er habe ihn bei der Wahl des Chefs bewusst übergangen.

Erster Auftritt vor den Medien: Im Juni stellten Bundesrat Moritz Leuenberger und der abtretende Konzernchef Ulrich Gygi (links) Claude Bégle vor.
Erster Auftritt vor den Medien: Im Juni stellten Bundesrat Moritz Leuenberger und der abtretende Konzernchef Ulrich Gygi (links) Claude Bégle vor.
Keystone

Der neue Post-Präsident Claude Béglé habe in den letzten Wochen mit den neun Mitgliedern der Konzernleitung «lange Einzelgespräche» geführt. Er versuche damit, die Wogen zu glätten, wie die «Sonntagszeitung» schreibt. Seit dem Rücktritt des bisherigen Präsidenten Anton Menth und dem angekündigten Abgang des Chefs Ulrich Gygi herrscht Unruhe bei der Post.

Die Manager sind besorgt, weil Béglé angeblich neben dem Amt als VR-Präsident auch noch Konzernchef werden wolle. Sie haben Béglé einen Brief geschrieben, in dem sie ihre Befürchtung äusserten, er wolle die Grundsätze der guten Geschäftsführung über Bord werfen. Nicht unterschrieben hatten den Brief der abtretende Konzernchef Ulrich Gygi und der bisherige Brief- und Paketchef Michel Kunz, der intern als Gygis Nachfolger gehandelt wird.

Menth schrieb an Leuenberger

Béglé selber betonte in «24 heures», er habe kein Interesse an der Konzernleitung, und er wolle bei der Post keineswegs alles auf den Kopf stellen. Stattdessen kritisiert er seinen Vorgänger Anton Menth. Im «Sonntag» wirft er dem früheren Präsidenten vor, ihn gemeinsam mit Gygi bei der Wahl des neuen Konzernchefs vor vollendete Tatsachen gestellt zu haben. Die beiden hätten Kunz bereits zum Nachfolger erkoren - obwohl er als zukünftiger Präsident eigentlich mitentscheiden wolle, wer Konzernchef werde. «Ich hatte den Eindruck, dass die Meinungen bereits gemacht waren», sagte Béglé dem Blatt.

Der noch amtierende VR-Präsident Anton Menth bestätigte gegenüber der «Sonntagszeitung», dass die Konzernleitung den besorgten Brief an Béglé geschrieben hat. Er selber hat laut der Zeitung ebenfalls persönlich zwei Mal an Postminister Moritz Leuenberger geschrieben – der darüber nicht erfreut gewesen sei. Dennoch bestreitet Menth Differenzen mit seinem Nachfolger: «Es gibt keinen persönlichen Krieg.»

Am Montag präsentiert die Headhunting-Firma Spencer Stuart dem Verwaltungsrat mögliche externe Kandidaten für das Amt des Konzernchefs. Es wird die erste Sitzung unter Leitung von Claude Béglé sein.

(oku)

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