Interlaken

Neuer Gästerekord auf dem Jungfraujoch

InterlakenDie Bestmarke übertroffen: 1'041'500 Personen reisten 2017 aufs Jungfraujoch. Auch die Harderbahn und Grindelwald-First erreichten neue Höchstwerte.

Die Kleinste ganz gross: Die Harderbahn verzeichnete innerhalb der Jungfraubahnen-Gruppe die grösste Gästezunahme im Jahr 2017. zvg

Die Kleinste ganz gross: Die Harderbahn verzeichnete innerhalb der Jungfraubahnen-Gruppe die grösste Gästezunahme im Jahr 2017. zvg Bild: Keystone

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Ob die Jungfraubahn (+13,6 Prozent), Grindelwald-First (+17,8 Prozent), die Mürrenbahn (+6,7 Prozent) oder die Harderbahn (+30 Prozent) – die Jungfraubahnen verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Zunahme bei den Gästezahlen, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Einen neuen Rekord gibt es fürs Jungfraujoch: Im Jahr 2017 reisten 1'041'500 Personen aufs Top of Europe, im bisherigen Rekordjahr 2015 waren es 1'007'000. Damit knacken die Jungfraubahnen die Millionengrenze zum zweiten Mal.

«Wir ernten jetzt die Früchte der kontinuierlichen Marktbearbeitung – speziell im asiatischen Raum, wo wir unter den europäischen Anbietern weiterhin Marktleader sind.»Urs Kessler, CEO Jungfraubahnen

«Wir ernten jetzt die Früchte der kontinuierlichen Marktbearbeitung – speziell im asiatischen Raum, wo wir unter den europäischen Anbietern weiterhin Marktleader sind», sagt CEO Urs Kessler gegenüber dieser Zeitung. Die Nachfrage in Asien sei wieder angestiegen. Die Terrorangst hemmt weniger als im 2016. «Man hat – leider – gelernt, mit dem Terror zu leben», so Kessler.

Auch First und Harder top

Grindelwald-First erreicht eine neue Bestmarke: Mit 14,6 Prozent Wachstum in der Sommersaison waren so viele Gäste wie noch nie auf der First. «Der Sommer ist hier bedeutender geworden als der Winter», erklärt Kessler.

Der Cliff-Walk oder der First-Flieger lockten übers ganze Jahr 497'000 Personen auf den Berg. Kessler: «Das Produkt, die Erlebniskette stimmt auf der First und spricht vor allem asiatische Gäste an.»

448'500 Gäste und damit 30 Prozent mehr als 2016: «Die kleinste Bahn der Jungfraubahnen ist der Star», sagt Kessler mit Blick auf die Zahlen der Harderbahn. Dieses enorme Wachstum sei nicht selbstverständlich. Die Bahn «hat vor allem vom Crossmarketing der Jungfraubahnen profitiert». Und hier seien es nicht asiatische, sondern vor allem arabische Gäste, die auf den Bödeler Hausberg wollen. Auch die Erlebnisangebote wie auf der First nutzen sie.

Aber: «Beim Jungfraujoch ist der Nachteil, dass sie nicht mit dem Auto selbst hochfahren können», scherzt Urs Kessler. Die europäischen Gäste seien auf stabilem, aber «verhältnismässig tiefem» Niveau.

Und nicht zuletzt hat der frühe Start in die Wintersaison die Gästezahlen günstig beeinflusst. Von Mitte November bis 2. Januar besuchten 60 Prozent mehr Wintersportler als 2016 die Jungfrau-Skiregion, was 180'000 «Skier Visits» (Ersteintritten) entspricht.

Die Hochsaison wird Alltag

Die Verteilung der Gäste auf die verschiedenen Angebote spielt aber den Plänen der Jungfraubahnen in die Hände. Kessler: «Aktuell haben wir zehn Monate Saison – das war eigentlich, zusammen mit einer Million Gäste auf dem Joch, das Ziel bis 2020.»

Neu wolle man möglichst das ganze Jahr hindurch Hochsaison haben und so die Gästezahlen erhöhen. «Dabei steht die Qualität klar im Vordergrund, das Maximum von 5250 Gästen pro Tag auf dem Jungfraujoch bleibt zum Beispiel bestehen», sagt Kessler.

«Es gibt Gäste, die vor allem im November und Dezember reisen, die wollen wir noch intensiver bewerben»Urs Kessler, CEO Jungfraubahnen

Im 2017 konnten die Jungfraubahnen mit Sitzplatzreservationen, Verlängerung der Betriebszeiten und neuem Rollmaterial mehr Gäste aufs Joch befördern und dabei die Qualität sogar noch steigern. Und wie soll jetzt die Saison noch aufs Maximum verlängert werden? «Es gibt Gäste, die vor allem im November und Dezember reisen, die wollen wir noch intensiver bewerben», antwortet Urs Kessler.

Heisst: In den Märkten mit Potenzial für diese zwei Monate wird mehr ins Marketing investiert. Und: Bei den verschiedenen Ausflugszielen auf dem globalen Markt sei der Preiskampf riesig.

«Es geht nicht mehr um Qualität und langfristige Vorteile, sondern um kurzfristiges Wachstum und den Preis», so der Jungfraubahnen-CEO. «Darum wird die Marke Top of Europe für uns noch an Bedeutung gewinnen. Wir werden in die Markenführung investieren und mit Qualität dem globalen Preiskampf entgegenwirken», sagt Urs Kessler. (Berner Oberländer)

Erstellt: 05.01.2018, 08:56 Uhr

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