Gaydoul verkauft Navyboot an Migros-Tochter Globus

Nach dem Strumpfhersteller Fogal trennt sich Philippe Gaydoul auch von Navyboot.

Philippe Gaydoul investierte einen zweistelligen Millionenbetrag in das Schuhlabel: ein Geschäft von Navyboot in Zürich.

Philippe Gaydoul investierte einen zweistelligen Millionenbetrag in das Schuhlabel: ein Geschäft von Navyboot in Zürich. Bild: Keystone

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Berichte rund um den Verkauf der Schuh- und Modemarke Navyboot haben sich bestätigt. Der Denner-Erbe und Investor Philippe Gaydoul verkauft die Marke an die zur Migros gehörende Warenhausgruppe Globus. Diese übernimmt, bis auf wenige bei der Gaydoul Group verbleibende Ladenlokale, ebenfalls alle Schweizer Boutiquen sowie drei Outlets. Der Verkaufspreis wurde nicht genannt.

Ab dem nächsten Jahr verkauft die Globus-Kette damit neben der Kleiderkollektion von Navyboot auch Schuhe des Schweizer Herstellers. Da bereits die gleichnamige Damen- und Herrenoberbekleidung bei der Globus-Kundschaft sehr beliebt gewesen seien, habe man die Kollektionen mit Schuhen und Lederwaren ergänzen wollen, teilte die Migros-Tochter am Montag mit.

Das Warenhaus Globus hat den Angaben nach mit der Marke im letzten Jahr einen Umsatz von 30 Millionen Franken erzielt. Mit dem Erwerb der 1991 gegründeten Marke Navyboot will Globus das bestehende Angebot erweitern und einen einheitlichen Markenauftritt schaffen. Ein Stellenabbau oder die Schliessung von Filialen sei aktuell nicht geplant, hiess es auf Anfrage von AWP. «Im Gegenteil, wir wollen die Marke weiter stärken», so eine Globus-Sprecherin.

«Heute braucht es weniger Verkaufsflächen, dafür eine Stärkung des Online-Bereichs»: Philippe Gaydoul. Bild: Keystone/Gaetan Bally

Von Seiten der Gaydoul Group hiess es, dass man die verbleibenden Ladenlokale «bis auf weiteres» als Lizenznehmerin weiterbetreibe. Der Einzelhandel habe sich aber in den letzten zehn Jahren dramatisch verändert: «Heute braucht es weniger Verkaufsflächen, dafür eine Stärkung des Online-Bereichs», liess sich Philippe Gaydoul darin zitieren. Navyboot stehe aber finanziell auf solidem Boden.

In der Sonntagspresse war am vergangenen Wochenende zu lesen, dass Gaydoul nach einem Käufer für die Schuhmarke suche. Diese habe laut Insidern in den letzten Jahren immer wieder Verluste geschrieben. Das defizitäre Schuhunternehmen habe scheinbar zu Diskussionen innerhalb der Gaydoul Group geführt.

Raus aus dem Modegeschäft

Die Bilanz von Gaydoul im Modegeschäft ist eher durchzogen. Nach dem Denner-Verkauf an die Migros 2007 begann der Investor ein Portfolio mit Luxusmarken aufzubauen. So übernahm er etwa 2009 den Schweizer Strumpfhersteller Fogal. Ein Jahr zuvor kaufte Gaydoul den Schuhhersteller Navyboot, und 2010 verleibte er sich das Modelabel Jetset ein.

Bereits Ende 2015 stiess Gaydoul Fogal wieder ab und besitzt nach dem Verkauf von Navyboot noch die Luxusmarke Jetset. Neben diversen Beteiligungen konzentriere sich die Gaydoul Group nun zukünftig auf die Bereiche Asset Management und Immobilien. Zu den bekannteren Immobilien zählte etwa das Franz-Carl-Weber-Haus an der Bahnhofstrasse in Zürich. Dieses verkaufte Gaydoul vor zwei Jahren für geschätzte 260 Millionen Franken an den Versicherer Swiss Life. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.08.2018, 12:03 Uhr

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