Zum Hauptinhalt springen

Mitarbeiter stehlen Tausende Postpäckli im Wert von 270’000 Franken

In jüngster Zeit sind gleich vier Fälle bekannt geworden, bei denen im grossen Stil Postsendungen entwendet wurden. Eine Übersicht.

Die Post hat im Jahr 2015 insgesamt 115 Millionen Pakete zugestellt: Ein Mitarbeiter sortiert Pakete. (Symbolbild)
Die Post hat im Jahr 2015 insgesamt 115 Millionen Pakete zugestellt: Ein Mitarbeiter sortiert Pakete. (Symbolbild)
Georgios Kefalas, Keystone

Bei der Post haben in jüngster Zeit vier Personen unabhängig voneinander Tausende Pakete im Wert von rund 270’000 Franken gestohlen. In zwei Fällen handelt es sich um Chauffeure externer Transportfirmen, die im Auftrag der Post unterwegs waren. Beide sind geständig, wie die «Schweiz am Sonntag» schreibt.

Zwei Fälle externer Transportunternehmen

Einer der Fälle kommt morgen Montag vor das Bundesstrafgericht. Dem 46-jährigen Chauffeur wird vorgeworfen, 1500 Pakete und Briefe gestohlen zu haben. Er war für eine Tour in Uster ZH und eine Nachttour von Zürich ins Glarnerland zuständig. Das Diebesgut reicht von Gegenständen wie Weihnachtskarten und Geburtsanzeigen, die nur für die Empfänger einen Wert haben, bis zu effektiven Wertsachen wie zwei Eheringen, einer Postcard samt PIN-Code und Reka-Checks. Alles zusammen habe einen Wert von rund 70’000 Franken, so die Zeitung.

In einem zweiten Fall hat die St. Galler Staatsanwaltschaft vor einem Monat Anklage erhoben. Wiederum ein Chauffeur eines externen Transportunternehmens wird beschuldigt, er habe während eines halben Jahres systematisch Rücksendepakete eines Online-Versandhauses geöffnet und die Artikel entwendet. Beim 53-Jährigen wurden 350 T-Shirts, 200 Hosen, 170 Paar Schuhe und 80 Jacken mit einem Gesamtwert von 50’000 Franken gefunden.

Ein Paketbote und ein Filialleiter

Der dritte Fall gelangt diese Woche vor das Zürcher Obergericht. Ein Paketbote soll Sendungen mit Hunderten Rubbellosen geklaut haben. In diesem Fall beträgt der geschätzte Wert 90’000 Franken.

Auch im Tessin wurde dieses Jahr ein ganz ähnliches Delikt aufgedeckt. Dabei wurde das Haus des Leiters der Postfiliale in Mendrisio durchsucht und gestohlene Waren im Wert von 60’000 Franken beschlagnahmt. Nach Angaben der Polizei soll es sich um Brillen, Handys und Kleider handeln, die der Mann online verkaufen wollte.

Die Post spricht bei den Diebstählen von Einzelfällen, die Zustellquote betrage 97,5 Prozent. Das Staatsunternehmen zeigt sich stolz auf diesen Wert und verweist auf andere Länder, die schlechter abschneiden. Die Post hat im Jahr 2015 insgesamt 115 Millionen Pakete zugestellt.

Eine «Uberisierung» der Post?

Kriminologe Martin Killias sieht einen Zusammenhang zwischen den Arbeitsbedingungen bei externen Lieferunternehmen und den Diebstählen. Bei Subunternehmen werde das Personal weniger selektioniert, oft schlecht bezahlt und es gebe häufiger Personalwechsel. Das führe zu einer geringeren Identifikation mit der Post und erzeuge weniger Berufsstolz.

Die Gewerkschaft Syndicom spricht dabei von einer «Uberisierung» der Post. Insgesamt würden Aufgaben an 250 Transportfirmen ausgelagert. «Die Post kontrolliert diese Firmen nicht», meint dazu ein Sprecher von Syndicom.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch